Sport : Neue Chance

Wer ersetzt den verletzten Rafael in Herthas Sturm?

Stefan Hermanns

Berlin - Fredi Bobic grätschte erfolgreich vor dem gegnerischen Tor. Fredi Bobic legte Niko Kovac den Ball mit der Hacke auf. Fredi Bobic schob den Ball aus reifer Entfernung genau ins lange Eck. Fredi Bobic, Stürmer bei Hertha BSC, hat gestern eine recht erfolgreiche Trainingseinheit absolviert. „Man hat zumindest gesehen, dass im Sturm um die Plätze gekämpft wird“, sagt Trainer Falko Götz. Möglicherweise bekommt Bobic am Samstag im Heimspiel gegen den Hamburger SV mal wieder eine Bewährungschance in der Anfangself. Es wäre die erste für ihn seit November.

Seine Aussichten sind auch deshalb gestiegen, weil der Einsatz von Nando Rafael fraglich ist. Schon vor dem Spiel am vergangenen Wochenende in Stuttgart litt er unter Muskelproblemen; später wurde der Angolaner trotzdem eingewechselt und verletzte sich erneut. Bis gestern konnte Rafael nicht einmal laufen, es wird auf jeden Fall knapp für ihn.

Falko Götz probierte gestern im Trainingsspiel unter anderem eine Variante mit zwei Stürmern, mit Bobic und Artur Wichniarek. „Das ist eine Option“, sagt Herthas Trainer. „Die andere ist, mit einem Stürmer zu spielen.“ So wie er es zuletzt immer getan hat. Gegen die doppelte Besetzung im Angriff spricht, dass Götz dann nur noch den Amateur Sejad Salihovic auf der Bank hätte, falls Rafael tatsächlich ausfiele.

Der 20 Jahre alte Salihovic ist im Hinspiel beim HSV zu seinem ersten Einsatz in der Bundesliga gekommen. Beim Stand von 1:2 durfte er fünf Minuten vor Schluss aufs Feld. Am vergangenen Wochenende in Stuttgart saß er 90 Minuten lang auf der Bank. „Es spricht nichts dagegen, ihn im Kader zu lassen“, sagt Götz. Salihovic trainiert jetzt kontinuierlich bei den Profis mit, dafür wurde der U-21-Nationalspieler Alexander Ludwig zu den Amateuren zurückgestuft. Der Mittelfeldspieler sei in seinen Leistungen nicht konstant genug gewesen. „Irgendwann ist der Bogen überspannt“, sagt Herthas Trainer. „Jetzt ist eben Sejad Salihovic dran, eine Chance zu bekommen.“

Für Herthas Regionalliga-Mannschaft hat der Bosnier in dieser Saison in 20 Spielen elf Tore erzielt. „Er war der überragende Mann in der Regionalliga“, sagt Götz, „und er hilft auch der Profimannschaft.“ Im Training könne man sehen, „dass er will, dass er sich reinhaut“. Und falls er am Samstag eingewechselt wird, wird er wohl auch ein Trikot mit dem richtigen Namen tragen. Bei seinem Bundesligadebüt im Herbst stand auf seinem Rücken „Salhovic“.

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