Sport : Neue Eislaufkunst

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Frank Bachner erklärt, warum Deutschland schon gewonnen hat

Norbert Schramm, Claudia Leistner, Evelyn Großmann – da war doch mal was? Genau, hinter Katarina Witt waren sie drei überaus erfolgreiche Eiskunstläufer aus Deutschland. Schramm wurde 1983 VizeWeltmeister, Leistner setzte sich 1989 bei den Europameisterschaften durch, Evelyn Großmann wurde 1990 Europameisterin. Doch seither behaupteten die deutschen Einzelläufer international ihre Plätze in der zweiten Reihe. Bis am Donnerstag ein kleiner Mann mit roten Wangen dem deutschen Eiskunstlauf das lange vermisste Glück bescherte.

Stefan Lindemann ist durch seine Bronzemedaille sicher nicht zur neuen Lichtgestalt aufgestiegen, aber er verkörpert den ersten Erfolg einer viel versprechenden Entwicklung. Die Zeiten, in denen mittelmäßige Talente die Deutsche Eislauf-Union (DEU) international vertraten, sie sind vorbei. Noch vor einem Jahr konnte sich Lindemann die Weltmeisterschaft nur im Fernsehen anschauen. Keine Leistung, kein WM-Ticket, so einfach ist das jetzt bei der DEU. Lindemann hat sich durchgebissen. Dass er nun ausgerechnet in Dortmund die Kür seines Lebens lief, war für ihn und seinen Verband ein Glücksfall. Eine WM im eigenen Land zieht die Medien an, trotz nächtlicher Sendezeit haben die Übertragungen gute Quoten. Die Medaille für Lindemann rundet diese erfreuliche Woche ab.

Einzelstarter sind Zugnummern einer Sportart. Deshalb ist Lindemanns Erfolg so wichtig. Es gab ja auch in der Tristesse der Einzel-Auftritte einen deutschen Erfolg im Eiskunstlauf. Mandy Wötzel und Ingo Steuer gewannen 1996 den WM-Titel im Paarlaufen. Aber erinnert sich daran noch jemand?

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