Neue Hackordnung in der DEL : Freezers sind die neuen Eisbären

Die Hamburg Freezers haben die Berliner kopiert – und sind inzwischen besser als das Original. Zum Auswärtsspiel am Dienstagabend fahren die Eisbären diesmal als klarer Außenseiter.

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Laurin Braun (Bildmitte) und die Eisbären stehen in der DEL deutlich hinter den Hamburg Freezers.
Laurin Braun (Bildmitte) und die Eisbären stehen in der DEL deutlich hinter den Hamburg Freezers.Foto: Imago

Am 18. Oktober 2013 erlebten die Freezers ihren Tiefpunkt. Nach einem 2:3 bei den Eisbären Berlin rutschten die Hamburger auf den letzten Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Christoph Schubert war damals verletzt, trotzdem ist das Datum für den Kapitän der Freezers ein besonderes. „Die Berliner haben uns den Genickschuss verpasst“, sagt er. „Danach haben wir aufgeräumt – seitdem haben wir wieder Spaß am Eishockey.“ Die Konkurrenz hat dafür weniger Spaß mit den Hamburgern, zurzeit sind sie Tabellenzweiter – punktgleich mit Tabellenführer Köln.

Freezers? Große Ambitionen und wenig Erfolg. Seit 2002 spielt das Team aus Hamburg in der DEL. Und – abgesehen von einer Halbfinalteilnahme 2004 – wurde die wie die Eisbären vom Anschutz-Konzern bezahlte Mannschaft zuverlässig spätestens mit Saisonende zur Lachnummer. Es könnte diesmal anders werden, gibt es doch wenig Zweifel an der Nachhaltigkeit des Hamburger Models. Denn bei den Freezers wird akribisch gearbeitet – mit jungen und vor allem guten deutschen Spielern. In der Arena im Hamburger Volkspark heißen die neuen Stars David Wolf, Thomas Oppenheimer oder Jerome Flaake. Der 23-jährige gebürtige Brandenburger ist mit 16 Treffern bester Hamburger Torschütze in dieser Saison. Angeführt wird das Team von Schubert, einem der besten deutschen Verteidiger überhaupt.

Schubert sagt, dass die Eisbären ein Vorbild für die Hamburger gewesen seien. „Die haben es vorgemacht, wie man um junge deutsche Spieler herum eine Mannschaft aufbaut.“ Sicher hätten die Berliner einige Jahre Vorsprung. „Bei uns sind die jungen Spieler wie Wolf oder Marius Möchel ja noch nicht so lange dabei.“ Doch das ist perspektivisch ein Vorteil für Hamburg: Die Talente der Eisbären sind dabei, in die Jahre zu kommen und dahinter kommt zu wenig nach. Kompensieren können die Berliner viele Ausfälle gestandener Profis nicht, beim 3:4 gegen Schwenningen am Sonntag fehlten acht Stammspieler. Für das Spiel am Dienstag bei den Freezers (19.30 Uhr) sieht es bei den Berlinern kaum besser aus. Es wäre eine Erklärung für eine weitere Niederlage der Eisbären, die sich aber als Tabellenneunter im letzten Drittel der Hauptrunde kaum Niederlagen leisten können, wollen sie doch noch direkt die Play-offs erreichen.

Verletzungspech kennen sie in Hamburg übrigens auch. Die Freezers hätten monatelang nicht komplett antreten können, sagt Christoph Schubert. „Dann haben wir uns gesagt: Wir müssen mit dem spielen, was wir haben und keine Ausreden suchen.“ Seitdem läuft es in Hamburg. Meist – am Sonntag gab es nach einer 3:0-Führung noch ein 3:4 in Straubing. Trotzdem gehen die Hamburger als klarer Favorit in das Spiel gegen die Eisbären – das gab es in der Geschichte der DEL auch noch nicht und birgt zumindest die Chance für die Eisbären, als Außenseiter zu überraschen.

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