Sport : Neue Hoffnung durch den Alten

Mathias Klappenbach über die Lichtgestalt des deutschen Radsports

Mathias Klappenbach

Viel Energie und Geld steckt das T-Mobile-Team in sein Programm gegen Doping im Radsport. Und vergleichsweise viel Geld wollte es für einen neuen alten Star ausgeben, der das nun saubere Team führen sollte. Aber der kommt nicht. Seine jetzige Mannschaft besteht darauf, dass er seinen Vertrag erfüllt. Er soll beim Team Milram seiner besonderen Verantwortung als Kapitän gerecht werden und die jungen Fahrer durch das schwierige Krisenumfeld des Profiradsports führen.

Dieser begehrte Hoffnungsträger des deutschen Radsports ist – Erik Zabel. Der Mann, der zumindest ein bisschen Doping gestanden hat, der Mann, wegen dessen Start bei der WM ein Vizepräsident des Radsportverbandes zurückgetreten ist und sich Politiker mit Verbandschef Scharping in die Haare kriegten.

Zabel ist aber auch der Mann, dem die Öffentlichkeit für sein tränenreiches Mini-Geständnis Absolution erteilt hat und der Mann, der – auch dank seiner vielen Erfolge – zu einem Symbol für einen Neuanfang der geläuterten Sünder geworden ist. Denn anders geht es nicht, schließlich kann und will der Radsport nicht auf einen Schlag sein ganzes Personal austauschen.

Trotzdem fragt es sich, ob man ausgerechnet den 37-Jährigen Zabel für einen neuen Radsport braucht. Vielleicht freut sich T-Mobile irgendwann darüber, es ohne ihn schaffen zu müssen.

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