Sport : Neue Leichtigkeit

Boll, Owtscharow und Süß siegen bei German Open

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Angriff an der Platte. Christian Süß (Bild) besiegte Timo Boll im Finale der deutschen Meisterschaften und könnte es kommende...

Berlin - Die German Open haben die besten deutschen Tischtennisspieler nicht gerade mit offenen Armen empfangen, sondern fast ein wenig abweisend. In der ersten Runde mussten sich Timo Boll, Dimitri Owtscharow und Christian Süß vor 2000 Zuschauern in der Max-Schmeling- Halle gegen drei Außenseiter abmühen, Rückstände aufholen, Schwächephasen überwinden. Doch damit hatten sie die Zuneigung gewonnen und die zweite Runde überstand schließlich einer souveräner als der andere.

In Tischtennis- Mannschaftsstärke sind sie also ins Achtelfinale eingezogen (Sonnabend ab 14 Uhr). Beinahe hätte sich ihnen auch noch Patrick Baum angeschlossen, er verpasste einen Sensationssieg gegen den für Österreich startenden Chen Weixing knapp mit 3:4-Sätzen. Wenn es bei den German Open einen Teamwettbewerb gäbe, könnten die Deutschen jetzt sogar die übermächtigen Chinesen herausfordern. Den Anfang macht Owtscharow, er trifft auf Xu Xin. Owtscharow hatte nach der ersten Runde noch mit sich gehadert. „Ich muss hier erst einmal ankommen“, sagte er. Zuletzt war die erste Runde manchmal auch die letzte für den 21-Jährigen gewesen, trotz seiner hohen Position in der Weltrangliste, Rang 13. „Kein Spieler ist in den vergangenen Jahren so schnell nach oben gekommen wie er. Da muss er sein Niveau erst einmal stabilisieren“, sagte Bundestrainer Richard Prause.

Seine erste chinesische Begegnung bei diesen German Open hat Christian Süß genau genommen schon hinter sich. Er besiegte in Runde zwei Li Ching aus Hongkong überraschend deutlich 4:1. „Ich war schon froh, dass ich überhaupt die erste Runde geschafft habe, am Dienstag hatte ich mir noch einen Magen- Darm-Infekt eingefangen“, sagte Süß. Doch von ihm wird gerade einiges erwartet, vor zwei Wochen hatte er schließlich im Finale der deutschen Meisterschaft gegen Boll gewonnen.

2008 noch hatte er einen Durchhänger. Sein Spiel wirkte schwerfällig. Doch Süß ist dem Trend des Tischtennis gefolgt. Mehr Athletik heißt dieser Trend. Die Nationalmannschaft arbeitet mit Holger Obenauer zusammen, der auch Tennisprofi Reiner Schüttler und Nachwuchfußballer der TSG Hoffenheim betreut. „Da arbeiten wir sehr hart, aber Christian macht manchmal trotzdem noch eine Extra-Schicht“, sagt Prause über den 24-Jährigen.

In ihr Trainingsprogramm haben die Nationalspieler nun besondere Übungen eingebaut. Sie springen von Kästen herunter, um dann blitzschnell zum Sprint anzusetzen. Bei Süß zeigen solche Übungen schon Wirkung, sie haben seinem Spiele eine neue Leichtigkeit verpasst.

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