Sport : Neue Lust auf Siege

Britta Steffen setzt ihre Karriere fort: Sie will auf kürzerer Strecke wieder Erfolge feiern.

Nur kurz an Land. Britta Steffen will mehr internationale Wettkämpfe bestreiten und träumt von Olympia 2016 in Rio. Foto: dpa
Nur kurz an Land. Britta Steffen will mehr internationale Wettkämpfe bestreiten und träumt von Olympia 2016 in Rio. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Im Ostsee-Urlaub ist die Entscheidung gereift, der Zuspruch der Fans dürfte Deutschlands bekannteste Schwimmerin nur noch bestärkt haben: Britta Steffen setzt ihre sportliche Laufbahn bis mindestens zur Europameisterschaft 2014 in ihrer Heimatstadt Berlin fort. „Ich werde weitermachen und mich vorrangig auf die 50 Meter Kraul konzentrieren, weil die recht erfolgreich waren bei den Olympischen Spielen“, sagte Steffen. „Die 100 Meter werden noch mitgeschwommen, aber nicht mehr so fokussiert, wie es sonst der Fall war.“

Einen fünften Olympia-Start 2016 in Rio de Janeiro schließt die 28-Jährige zumindest nicht aus: „Es ist auf jeden Fall ein Traum, noch mal an Olympia teilzunehmen. Aber dazu müssen die Gesundheit, der Spaß und der Erfolg stimmen.“ Die Weltrekordlerin hatte nach den medaillenlosen Spielen von London Anfang August offengelassen, ob sie ihre Karriere als Schwimmerin fortsetzen wolle. Über die 100 Meter Freistil war die Doppel-Olympiasiegerin von 2008 als Zwölfte des Halbfinales chancenlos gewesen, als Vierte über die halbe Distanz hingegen immerhin konkurrenzfähig. „Ich will meine Zeiten weiter verbessern. 2011 bin ich 24,6 Sekunden geschwommen, 2012 24,3. Im Bereich einer 24 flach ist immer eine Medaille drin, egal ob bei einer WM oder EM“, erklärte Steffen nun. „Klar, ich möchte gerne wieder Medaillen gewinnen.“

Deutschlands Sportlerin des Jahres 2008 hofft auf eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Heimtrainer Norbert Warnatzsch, der noch in London seinen Rücktritt angekündigt hatte. „Das letzte Wort über Norberts Karriereende ist noch nicht gesprochen. Es wird noch Gespräche geben“, sagte Steffen. „Egal wie: Wir werden uns auf gar keinen Fall verloren gehen. Natürlich wünsche ich mir, dass es eine gemeinsame Zukunft gibt.“

Erstmals in ihrer Laufbahn wird Britta Steffen die komplette Weltcup-Saison auf der Kurzbahn mit acht Stationen in knapp sechs Wochen bestreiten. Nach dem Auftakt am 2. und 3. Oktober in Dubai geht es über Doha, Stockholm, Moskau nach Berlin (22. und 23. Oktober). Danach gibt es noch Rennen in Peking, Tokio und Singapur. „Darauf freue ich mich ganz dolle“, sagte Steffen. Die Weltmeisterschaft findet Mitte Dezember in Istanbul statt.

Bereits im Vorjahr hatte die Berlinerin angekündigt, mehr Wettkämpfe als gewohnt bestreiten zu wollen. Bis auf die Europameisterschaft im Mai, die von vielen Konkurrentinnen ausgelassen worden war, gab es vor Olympia aber kein Kräftemessen mit der internationalen Konkurrenz. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums zur Wirtschaftsingenieurin will sich Steffen nun ganz auf den Sport konzentrieren. „Ich werde zudem jeden Wettkampf schwimmen, der sich anbietet und trainingstechnisch passt. Ich freue mich auf die wettkampfintensive Zeit, wieder mehr Routine zu bekommen.“

Nach ihren Äußerungen am Olympia- Becken, sich auch an Leistungen anderer freuen zu können, hatte es Kritik am Auftreten Steffens gegeben. Im Ostsee-Urlaub wurde die Berlinerin öfter erkannt und hörte Volkes Stimme. „Die Reaktionen waren durchweg positiv. Viele haben mir auf die Schulter geklopft und gesagt: ,Sie haben sich bemüht und ich find Sie trotzdem toll’. Das hat mich bestätigt, dass man authentisch bleiben soll.“ dpa

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