Sport : Neue Münchener Freiheit

Der FC Bayern zeigt beim 7:0 gegen Freiburg, dass die Van-Gaal-Ära überwunden ist – Gomez trifft viermal

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Hoch soll er ihn heben. Bastian Schweinsteiger gratuliert seinem Teamkollegen Mario Gomez zu den Saisontreffern fünf, sechs, sieben und acht. Foto: Reuters
Hoch soll er ihn heben. Bastian Schweinsteiger gratuliert seinem Teamkollegen Mario Gomez zu den Saisontreffern fünf, sechs,...Foto: REUTERS

Natürlich sind sie jetzt alle wieder ziemlich begeistert von Mario Gomez. Acht Tore in fünf Saisonspielen, 36 Tore in den vergangenen 37 Bundesligaspielen für den FC Bayern München, die Zahlen lassen keinen Raum für Zweifel – sollte man meinen. Doch Bastian Schweinsteiger hat einen etwas differenzierteren Blick auf den Stand der Dinge: „Er hätte schon mehr Tore machen können, ohne Witz.“ Und damit nicht genug der Klage: Dieses Spiel hätte man durchaus auch zweistellig gewinnen können, vielleicht gar sollen, meinte Schweinsteiger. Dass daraus nichts wurde, „lag allerdings – ohne jetzt arrogant klingen zu wollen – auch daran, dass wir uns in der zweiten Halbzeit ein bisschen geschont haben, für das Spiel am Mittwoch“, schloss Schweinsteiger seine Ausführungen. Und letztlich konnte er auch ganz gut damit leben, wie dieser Arbeitstag verlaufen war, mit einem 7:0 (3:0) gegen den SC Freiburg nämlich. Damit baute der deutsche Rekordmeister seine Startbilanz auf 12 Punkte in fünf Spielen aus, Freiburg muss sich mit seinen vier Zählerchen an Gegnern in den unteren Tabellenregionen orientieren.

Die vergangenen elf Spiele hatte der FC Bayern gegen Freiburg gewonnen, und es war schnell klar, dass es so weitergehen würde. Mit schnellen Pässen spielten Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller Toni Kroos im Strafraum frei. Der wiederum legte quer und ermöglichte so Mario Gomez den Führungstreffer. Trainer Heynckes hatte ja angekündigt, nach der Stabilisierung der Abwehr wieder mehr Wert auf das offensive Zusammenspiel zu legen – offensichtlich mit Erfolg.

Denn nachdem die ersten Auftritte der Bayern in dieser Saison noch an Van-Gaal-Fußball der späten Phase erinnert hatten, gelang es ihnen nun, den ewigen Ballbesitz auch in Kreativität umzusetzen. Offensichtlich hat Heynckes seinen Spielern mehr Freiheit bei der Interpretation ihrer Positionen gewährt. Jedenfalls entspann sich ein fröhlicher Reigen, in dem jeder mit jedem aufs Ansehnlichste kombinierte. Bei einer überfallartigen Attacke eroberte Müller in der eigenen Hälfte den Ball und hängte zwei weitere Gegenspieler ab. Am Ende legte Gomez auf Ribéry, der den Ball frech mit der Hacke ins Tor schob. Kurz vor der Pause nahm Ribéry die Kugel dann mit der Hacke an, bevor er das 3:0 erzielte.

Und als hätte es keine vom Regelwerk vorgesehene Unterbrechung des Spielflusses gegeben, ging es nach der Pause weiter. Nun sammelte Gomez im Eiltempo Punkte für die Verteidigung der Torjägerkrone, denn das 4:0, 5:0 und das 6:0 per Foulelfmeter gingen auf sein Konto. Es war Gomez’ zweiter echter Hattrick in der Bundesliga. Besonders anstrengen musste Gomez sich dafür aber nicht mehr. Denn in jedem Trainingskick hat er mehr Gegenwehr zu überwinden, als die anfangs behäbigen und am Ende desolaten Freiburger bei der höchsten Bundesliganiederlage ihrer Geschichte boten. Zum Endstand traf Nils Petersen mit seinem ersten Tor für Bayern.

Die Bayern hakten das Schützenfest routiniert ab. Sie haben noch viel vor in diesem Monat – am Mittwoch geht es zum Start in die Champions League auswärts gegen Villarreal und dann gegen Schalke, Leverkusen sowie Manchester City. „Wir hatten noch nicht die Gegner der höchsten Qualität“, resümierte Gomez, „die kommen noch.“

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