Neue Nada-Regeln für Nationalspieler : „Eine Zumutung“

Seit dem 1. Januar müssen die Fußballnationalspieler der Nationalen Anti-Doping-Agentur drei Monate im voraus melden, wo sie sich aufhalten werden. Die Spieler reagieren teilweise mit Unverständnis.

Stefan Hermanns

DüsseldorfDie deutschen Fußball-Nationalspieler haben gestern noch ein ganz besonderes Training absolviert. Eine Übung darin, wie sie künftig ihrer Meldepflicht bei der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) Genüge tun. Seit dem 1. Januar gelten für sie strengere Regeln: Die Nationalspieler gehören jetzt, anders als normale Bundesligaspieler, nach ihrem Gefährdungsgrad zur Kategorie zwei, das heißt, sie müssen fortan für ein Vierteljahr im Voraus melden, wo sie sich vermutlich aufhalten werden und diese Angaben laufend aktualisieren. „Das ist eine ganz schöne Zumutung“, sagte Tim Meyer, der Arzt der Nationalmannschaft über die neue Regelung. „Die Spieler müssen erstmal mit dem System klarkommen.“ Zumal auch die Umsetzung der Online-Meldung nicht ganz einfach sei. Eine Mitarbeiterin der Nada hat die Spieler gestern noch einmal entsprechend unterwiesen. Michael Ballack, der Kapitän der Nationalmannschaft, berichtete, dass die neue Regelung hier und da durchaus auf Unverständnis stoße: „Der Zweck ist natürlich positiv, aber es wird auch massiv in das Privatleben eingegriffen“, sagte er. „Daher ist das auf jeden Fall kritisch zu sehen.“

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