Sport : Neue Spieler gegen die alte Misere Hansa Rostock denkt schon an die Winterpause

Kerstin Hebeler

Rostock - Auch am Tag nach Hansa Rostocks 2:4-Niederlage bei Arminia Bielefeld versuchte Hansas Vorstandschef Dirk Grabow zunächst Ruhe zu bewahren. Dabei ist die Situation beim Bundesliga-Aufsteiger sehr besorgniserregend. Fünf Spiele, fünf Niederlagen – trotzdem sagte Grabow am Sonntag scheinbar gelassen: „Wir werden die Fehler analysieren und dann gucken, was wir dagegen tun können.“ Viel Zeit für Korrekturen, die in Anbetracht des gegenwärtigen Tabellenstandes existenziell sind, bleibt den Rostockern allerdings nicht.

Nach einer erneut nicht bundesligatauglichen Vorstellung verloren die Hanseaten gegen nur phasenweise starke Bielefelder. „Das war wieder viel zu wenig“, gesteht Grabow. „Es ist vor allem unverständlich, wie mutlos wir uns einmal mehr in der ersten Halbzeit präsentiert haben.“ Das Unglück und Unvermögen der Rostocker Mannschaft personifizierte am Samstag ausgerechnet Hansas eigentliche Sturmhoffnung Victor Agali. Einen Freistoß von Jörg Böhme verlängerte er ins eigene Tor zum 1:0 für die Bielefelder. Auch am Sonntag konnte Agalis Zustand als bezeichnend für die physische und psychische Verfassung des gesamten Rostocker Teams gelten. Der Nigerianer musste wegen Adduktorenproblemen beim Mannschaftstraining passen.

Hansa-Chef Grabow beschwört derweil die bislang nicht augenfällige Bundesliga-Tauglichkeit der Rostocker: „Ich glaube weiterhin an die Mannschaft. Sie kann viel mehr, als sie bislang gezeigt hat.“ Auch Trainer Frank Pagelsdorf stärkt er den Rücken: „Eine Trainerdiskussion wird es nicht geben“. Gleichzeitig nimmt Grabow diesen aber in die Pflicht, indem er sagt: „Es ist in erster Linie Aufgabe des Trainers, der Mannschaft Selbstbewusstsein zu vermitteln.“

Ein wohl nicht nur wegen seiner Nasenoperation angeschlagen wirkender Pagelsdorf fordert nach der erneuten Pleite Neuverpflichtungen in der Winterpause: „Wir müssen gucken, wen wir uns leisten können. Aber unser Ziel sollte sein, dass wir uns verstärken.“ Als Erste-Hilfe-Maßnahme setzt Pagelsdorf auf das intensive Trainieren von Grundvoraussetzungen wie Zweikampfverhalten und Laufbereitschaft: „Komplizierte taktische Einheiten bringen jetzt nichts. Stattdessen müssen wir die Ärmel hochkrempeln und kämpfen.“ Gegen Bielefeld gelang das wieder nicht. Kerstin Hebeler

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