Sport : Neue Töne im Eisschnelllauf

Deutsches Männer-Team setzt auf Gemeinsamkeit

Ernst Podeswa

Berlin - „Worte werden erst bedeutsam, wenn Leistungen dahinterstehen.“ Bart Schouten hat dies am vergangenen Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt gesagt. Der neue Cheftrainer der deutschen Eisschnellläufer zeigte sich äußerst angetan vom Potenzial seiner Schützlinge, von ihren Fortschritten und den optimalen Trainingsbedingungen am Berliner Olympiastützpunkt: „Es gibt für Eisschnelllauf nichts Besseres auf der Welt.“ Völlig ungewohnte Töne hörte man auch von den Aktiven, die sich optimistisch, motiviert und selbstbewusst präsentierten.

Beim Weltcupauftakt am Wochenende in Heerenveen wird es eine erste Bewährungsprobe geben, wie weit Ansprüche und Wirklichkeit noch auseinanderklaffen. Zehn Männer hat der 39-jährige Holländer, dessen Verpflichtung der Berliner Tobias Schneider, 5000-m-Meister in Erfurt, als „einmaligen Glücksfall“ bezeichnet, dort am Start. Alle zehn zählen zur neuen Berliner „Trainings- und Wohngemeinschaft Vancouver 2010“. Das ist mehr als ein Indiz dafür, dass hinter der neuen Zuversicht mehr als nur große Worte stecken. Diese Interessengemeinschaft ist im deutschen Sport einmalig. Was Turner, Eiskunstläufer, Schwimmer oder Leichtathleten bei ähnlichen Versuchen nicht geschafft haben, ist den Eisschnellläufern gelungen. 16 Athleten aus Dresden, Chemnitz, Erfurt, Inzell, Gref rath und Berlin trainieren unter der Regie Schoutens auf dem 400-m-Eisoval in Hohenschönhausen.

„Meine erste Aufgabe war und ist es, einen Mentalitätswechsel herbeizuführen – an sich zu glauben, an die Möglichkeit, dass im Sport mit harter Arbeit und Wille auch scheinbar Unmögliches zu schaffen ist“, sagt Schouten.

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