Neue Tribüne bei Union : Schöner sitzen in der Alten Försterei

Manchmal geht es in Berlin auch schnell. In rund sechs Monaten hat Zweitligist 1. FC Union seine Haupttribüne erneuert. Am Freitag zum Rückrundenauftakt gegen Sandhausen ist Einweihung.

von
Bis zum Spiel am Freitag (1.2.) gegen Sandhausen sollen die Arbeiten an der neuen Tribüne in der Alten Försterei abgeschlossen sein.
Bis zum Spiel am Freitag (1.2.) gegen Sandhausen sollen die Arbeiten an der neuen Tribüne in der Alten Försterei abgeschlossen...Foto: dpa

Dirk Zingler hatte zwei Plasteeimer beiseite gestellt, bevor der behelmte Präsident des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union eine Journalistenrunde in den Bauch der neuen Haupttribüne im Stadion An der Alten Försterei führte. Der Innenausbau der 15 Millionen Euro teuren Traverse zieht sich noch bis zum Sommer hin. Der Außenbereich der Westtribüne für 3617 Sitzplatz-Zuschauer wird aber schon am Freitag (18 Uhr) beim Heimspiel gegen den SV Sandhausen eingeweiht. Zingler kündigte eine Fertigstellung im letzten Moment an. „Es ist vielleicht uniontypisch, dass wir den letzten Sitz wohl erst am Spieltag um 16.25 Uhr anschrauben werden. Dieser Spannungsbogen treibt uns an. So war es auch bei der ersten Sanierungsetappe.“

In der Saison 2008/09 hatten über 2000 ehrenamtliche Fans bei der Modernisierung der drei Stehplatztribünen geholfen. In dieser Größenordnung war das jetzt nicht mehr möglich, weil in der Regel Spezialisten gefragt waren. „Es ist eine Mammutleistung aller Beschäftigten. Zuletzt waren täglich 150 Menschen auf der Baustelle.“

Da die provisorischen Sitzschalen auf der Wuhleseite zurückgebaut werden konnten, stehen nun 17 937 Stehplätze zur Verfügung. Die Gesamtkapazität von Berlins größtem reinen Fußballstadion steigt auf 21 704 Zuschauer, obwohl erst wenige Monate seit der Grundsteinlegung am 18. Juli 2012 vergangen sind. Im ersten Halbjahr der aktuellen Serie konnten wegen der Baumaßnahmen nur 16 750 Zuschauer die Heimspiele der Köpenicker besuchen.

Zingler will sich nicht in den Vordergrund stellen, doch erst in seiner Präsidentschaft seit 2004 machte der Verein die entscheidenden Schritte, um ein marodes Stadion mit Nostalgie-Charme in eine profitaugliche Arena umzuwandeln. „In den letzten Jahren haben wir insgesamt 25 bis 30 Millionen Euro aus ausschließlich privaten Mitteln investiert. Wir waren frei in unserer Entscheidung. Deshalb sind wir so schnell“, meinte Zingler. „Für uns bedeutet es viel. Aber am Ende erfüllen wir aber nur eine Selbstverständlichkeit. Wenn die Menschen bei uns im Stadion Fußball schauen wollen, müssen wir auch vernünftige Bedingungen bieten.“

Viele Fans von Union halten Stadionaktien. Ein Stück weit gehört die neue Sitzplatztribüne auch ihnen, selbst wenn die Mehrzahl der Köpenicker Anhänger lieber steht, die neue Tribüne könnte den ein oder anderen doch zum sitzen verleiten.

Autor

5 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben