Sport : Neueinstieg in die Top 100

Sabine Lisicki erreicht bei ihrem Heimatturnier in Berlin die zweite Runde

Anke Myrrhe

Berlin - Als Sabine Lisicki den Center Court betrat, wirkte sie sehr nervös. Deutlich spürbar war die Anspannung der Berlinerin, bei ihrem Heimatturnier , den „Katar German Open“, anzutreten. 2006 und 2007 war sie bei der Veranstaltung in ihrem Heimatclub noch früh gescheitert. Damals stand sie auf Rang 497 bzw. 194 der Weltrangliste. Auch diesmal erwartete die mittlerweile auf Rang 102 geführte Spielerin in der ersten Runde des mit 870 000 Euro dotierten Sandplatzturniers gegen die Israelin Shahar Peer keine leichte Aufgabe. Sie ist 18. in der Rangliste. Doch es dauerte nicht lange, bis die 18-jährige Deutsche ihre Anspannung in den Griff bekam. In nur 80 Minuten siegte sie mit 7:5, 6:1.

Lisickis litt anfangs aber nicht nur unter der eigenen Nervosität. Am gestrigen „Tag der Berliner Schulen“ bestand der Großteil des Publikums auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß in Grunewald aus Kindern. Es waren über 4000 aus mehr als 100 Berliner Schulen dabei. Die waren im sonst sehr spärlich besetzten Steffi-Graf-Stadion mit schrillen Pfeifen ausgestattet, was beide Spielerinnen immer wieder aus der Ruhe brachte. Peer brach ihren Aufschlag immer wieder mitten in der Bewegung ab, um sich neu zu konzentrieren, und beschwerte sich mehrmals bei der Schiedsrichterin. Nachdem sie die ersten beiden Spiele der Partie ohne einen einzigen Punktgewinn verloren hatte, schien Lisicki das ständige Pfeifen dennoch besser wegzustecken als ihre israelische Gegnerin. „Ich war ohnehin schon total nervös, hier zu spielen, der Lärm hat mir da nicht mehr viel ausgemacht“, sagte sie nach dem Match und ergänzte: „Meine Gegnerin hat das glaube ich mehr gestört.“

Lisicki wurde immer selbstbewusster, holte einen 2:4-Rückstand auf und gewann nach langem Kampf schließlich den ersten Satz. Danach wirkte auf einmal alles ganz einfach – Lisicki ließ ihrer Gegnerin im zweiten Durchgang kaum mehr eine Chance. Strahlend nahm sie hinterher zur Kenntnis, dass sie neben dem Erreichen der zweiten Runde ihres Lieblingsturniers ganz beiläufig ein weiteres ihrer Ziele erreicht hat: Lisicki wird ab der kommenden Woche unter den Top 100 der Weltrangliste geführt werden. „Aber das Turnier ist noch nicht zu Ende“, sagte sie dazu. Nun sei sie noch motivierter für die kommende Runde. Am Mittwoch wird sie auf die Österreicherin Sybille Bammer, die Michaelle Krajicek aus den Niederlanden 6:1, 6:2 besiegte. Auf ihre etwas ungünstige Spielansetzung – gleich zu Beginn des ersten Tages ohne Fernsehübertragung – angesprochen, sagte Lisicki: „Mir ist egal, wann ich spiele.“ Und fügt dann grinsend hinzu: „Gern auch am Sonntag.“ Dann findet das Finale statt. Der Weg dorthin ist allerdings noch sehr weit.

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