Sport : Neuer Anlauf

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Von Klaus Rocca

Berlin. Nein, er will sich nicht festlegen. Ob Kostas Konstantinidis eine gute Chance habe, einen Stammplatz zu erkämpfen, wurde Huub Stevens gefragt. „Er macht einen guten Eindruck“, lautete die Antwort. Um dann schnell hinterherzuschicken: „So wie alle anderen auch.“ Herthas neuer Cheftrainer wird sich hüten, sich schon jetzt festzulegen. Weil er es nicht kann und auch wohl nicht will. Doch eins ist klar: Konstantinidis wird es schwer haben, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Unter Jürgen Röber war er lange eine feste Größe, doch dann warf ihn ein Riss des Syndesmosebandes, der Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein, für Monate zurück.

Im März dieses Jahres wurde der im badischen Schorndorf geborene Grieche an die Bolton Wanderers ausgeliehen. Von sechs noch möglichen Spielen bis zum Saisonende der Premier League bestritt Konstantinidis gerade mal drei. In einem wurde er auch noch ausgewechselt, im dritten sah er die Gelb-Rote Karte.

Nun also ein neuer Anlauf zu seiner vielleicht letzten Saison in Berlin. Im Juni 2003 endet der Vertrag von Konstantinidis, 1999 für rund 1,3 Millionen Euro von Panathinaikos Athen geholt. Jetzt, da viele über das knüppelharte Training unter Stevens stöhnen, kommt keine Klage über seine Lippen: „Das Training ist natürlich hart, aber das ist es am Saisonbeginn immer. Das war unter Jürgen Röber nicht anders, auch wenn wir jetzt ganz andere Trainingsinhalte haben.“ Endlich habe er keine Schmerzen mehr, er fühle sich topfit. Wer um einen Stammplatz kämpft, wird sich hüten, anderes zu sagen.

Hält Nené das, was sich Herthas Verantwortliche vom zur Probe trainierenden Brasilianer erhoffen, wird es für Konstantinidis noch schwerer. Wobei der 29-Jährige freilich nicht nur in der Abwehr, sondern auch im defensiven Mittelfeld und als Sonderbewacher seinen Part erfüllen kann. „Mir ist es egal, wo ich spiele, Hauptsache ich spiele“, sagt Konstantinidis. Das sagen fast alle, die um einen Stammplatz kämpfen. Am Sonnabend beim Testspiel in Bernau durfte er zur zweiten Halbzeit auflaufen, sonderlich hervortun konnte er sich als Defensivspieler in solch einem Spiel natürlich nicht.

Für Griechenland, seine Heimat, hat er nach seiner verletzungsbedingten Pause auch schon wieder gespielt, zum 37. Mal. Auf Rhodos ging es dabei gegen Zypern. Bei Otto Rehhagel, dem Trainer der Griechen, hat er offenbar gute Karten. „Er hat mich erst in der letzten Woche angerufen. Besonders hat es mich gefreut, dass er auch während meiner langwierigen Verletzung den Kontakt suchte“, erzählt Konstantinidis.

Vielleicht hat er nach dieser Saison, wenn sein Vertrag ausgelaufen ist, mehr Zeit für seine Heimat. Doch Konstantinidis gibt sich kämpferisch: „Ich werde mich im Training hundertprozentig reinknien.“ Was Stevens von allen erwartet.

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