Sport : Neuer Anstoß

Union redet mal nicht über Bertram – sondern spielt in Trier

André Görke

Berlin. Markige Worte sind es nicht, aber sehr wohl eindeutige. „Die Situation im Verein ist von massiver Unruhe geprägt. Ich will dafür sorgen, dass sich dies ändert.“ Jürgen Schlebrowski sagt das jetzt, der neue Präsident des Fußball-Zweitligisten 1. FC Union. Und er betont: „Der Trainer erhält kein Ultimatum, doch auch keine Freiheit, Fehler immer zu wiederholen.“

Schlebrowski gibt sich nach außen, wie er spricht. Vor allem ruhig. „Es bringt nichts, das Team und den Trainer unter Druck zu setzen.“ Klar, das Ziel müsse heißen, „schnellstens die Abstiegszone zu verlassen“, am besten schon heute, wenn der 1. FC Union bei Eintracht Trier (19 Uhr) antritt. Eine Niederlage dürfe sich Votava dort erlauben.

Bislang stellen sich die Verantwortlichen konsequent hinter den Trainer, auch der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Rade. Präsident Schlebrowski sagt: „Warten wir erst mal die nächsten drei Spiele ab“, bis dahin müsse der Trainer ein Konzept vorlegen. Doch was heißt das? Union muss nach dem Auswärtsspiel in Trier gegen Bielefeld antreten und dann im DFB-Pokal gegen Leverkusen. Läuft es normal, verliert Union die Spiele. Und läuft es normal, ist Votava dann seinen Job los. Wenn die Entmachtung Bertrams schließlich eines zeigen sollte, dann eine positive Veränderung. Am besten kurzfristig.

Der Trainer gab sich in den vergangenen Tagen Mühe, „diese ganze Unruhe von der Mannschaft fern zu halten“, wie er sagt. Votava hat schon genug Sorgen. Thomas Sobotzik konnte wegen Fieber und Schüttelfrost nicht nach Trier reisen. Neben ihm werden Daniel Ernemann (krank), Björn Joppe (gesperrt) sowie Ivan Kozak und Jiri Balcarek (beide verletzt) ausfallen. Trotzig betont Votava, dass „wir besser sind als unser Tabellenplatz. Wir können gegen jeden Gegner mithalten.“ Das mag richtig sein, aber ob Union auch besser ist, muss die Mannschaft erst beweisen. Schlebrowski und der Aufsichtsrat haben jedenfalls festgestellt, dass die Entwicklung des Vereins „stagniert“.

Wie groß Votavas Anteil an der Krise ist, davon wird sich Schlebrowski jetzt ein Bild machen, er sitzt heute in Trier auf der Tribüne. Ruhig wird es eben doch nur, wenn Union gewinnt.

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