Sport : Neuer Chef, neue Hoffnung

Footballer Stambaugh startet für Thunder erstmals als Quarterback

Ingo Wolff

Berlin. Phil Stambaugh musste lange auf diesen Moment warten. Der Quarterback von Berlin Thunder darf gegen die FC Barcelona Dragons zum ersten Mal von Anfang an aufs Spielfeld und steht, weil das Football-Spiel am Sonnabend im Berliner Olympiastadion erst um 19 Uhr beginnt, zum ersten Mal im Schein des Flutlichts. Der erfolgreichste Spielmacher der NFL-Europe stand trotz seiner guten Statistik bisher im Schatten von Henry Burris. Beide wurden von Trainer Peter Vaas zwar als gleichwertig bezeichnet, doch in der Anfangsformation erhielt stets Burris den Vorzug. Stambaugh wurde immer nur eingewechselt.

Doch am vergangenen Sonnabend verletzte sich Burris in Barcelona so schwer, dass er bis zum Saisonende ausfällt. Er zog sich einen Teilabriss des Innenbandes im Knie und einen Meniskus-Schaden zu. Für Trainer Vaas ist die Verletzung seines Spielmachers ein Rückschlag – für den 24-jährigen Phil Stambaugh ist es die größte Chance seiner Karriere. Jetzt ist er der Chef und kann sich so ungestört für die Beobachter aus der nordamerikanischen NFL in Szene setzen.

Stambaugh hatte im Gegensatz zu Burris keinen Vertrag mehr mit einem amerikanischen Football-Team und kam als so genannter „Free Agent“ in die NFL-Europe. Für Spieler ohne Vertrag sind Einsätze in der Europaliga entscheidend für eine Zukunft als Profifootballspieler. Für Stambaugh kommt die Verletzung des Kollegen, sagen wir, nicht ungelegen, es sind schließlich nur noch vier Spiele bis zum Saisonende der NFL-Europe. Schadenfreude ist bei ihm nicht zu spüren. Stambaugh sagt nur: „Für mich wird sich nicht viel ändern, ich muss smarte Entscheidungen treffen.“

Harte Sprüche kämen jetzt nicht gut an beim Trainer. Stambaugh hat in dieser Woche einen neuen Konkurrenten bekommen: Mike Watkins. Er ist der neue zweite Quarterback von Thunder. Watkins sagt: „Ich werde meine Chance suchen.“ Vielleicht ist das ein bisschen zu optimistisch, denn Watkins stand bei seinem ehemaligen Klub Rhein Fire nur als dritter Quarterback auf dem Papier. Gespielt hat er nicht. Bei Thunder wird er wohl nur am Spielfeldrand stehen, wenn Stambaugh weiterhin so gut spielt. Er führt nach Punkten die Rangliste der Spielmacher an und hat mit fast 70 Prozent die beste Quote an Pässen, die gefangen wurden.

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