Neuer Film zur Fußball-WM : Die Mannschaft gibt's nur noch im Kino

Ein Film bejubelt noch einmal den Weltmeistertitel der deutschen Fußballer, Teammanager Oliver Bierhoff kommt ins Schwärmen. Im Jetzt plagen die Nationalelf allerdings Personalsorgen.

Johannes Nedo
Schwelgen in Erinnerungen. DFB-Manager Oliver Bierhoff bei der Präsentation des neuen WM-Films
Schwelgen in Erinnerungen. DFB-Manager Oliver Bierhoff bei der Präsentation des neuen WM-FilmsFoto: dpa

Oliver Bierhoff ist sicher: Der November wird traumhaft. Kälte, Dauerregen, grauer Himmel – all das wird den Deutschen diesmal nicht die Stimmung verderben. So ungemütlich es draußen auch werden mag, innerlich wird das gesamte Fußballvolk voller Frohgemut durch den Nebel spazieren. Denn dem Novembertief setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) etwas unschlagbar Schönes entgegen: einen Fotoband und einen Kinofilm über die Weltmeisterschaft, den Titel und die anschließende Feierei. „Die Mannschaft“ heißt das 90-minütige Werk, am 11. November soll es in Berlin erstmals vorgeführt werden. Und DFB-Teammanager Bierhoff geriet vollkommen ins Schwärmen, als er das gestern in Frankfurt ankündigte: „In diesem Film kommt die ganze Emotion rüber.“

Bierhoff schwelgte noch eine Weile in den rosigen Rio-Erinnerungen. Überall, wo er hinkomme, würden die Menschen von dieser Mannschaft schwärmen. In immer neuen Variationen wiederholte er sein Lob auf „die Mannschaft“. Doch auch Bierhoff ist inzwischen klar, dass er sich an der wunderbaren WM nicht mehr festklammern kann. Schließlich stehe vor dem traumhaften November ein „schwerer Oktober“ an, betonte der 46-Jährige. Vor allem ist es ein unglamouröser Oktober.

Mit den Qualifikationsspielen zur Europameisterschaft am Samstag in Polen und am Dienstag gegen Irland geht der Alltag wieder los. Und von dem Schwung aus Brasilien konnte die DFB-Elf zuletzt bei der Testspielpleite gegen Argentinien (2:4) und beim zähen 2:1 gegen Schottland nur wenig hinüberretten. „Wir müssen uns wieder reinfinden“, sagte Bierhoff. Für ihn gibt es dafür auch einen einfachen Grund: „Das ist jetzt eine andere Mannschaft. Das ist kein Vergleich mit der WM.“

Bundestrainer Joachim Löw muss jetzt nicht nur auf die zurückgetretenen Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker verzichten, sondern auch auf die verletzten Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira, Marco Reus, Benedikt Höwedes und Mario Gomez. Zudem kann Mesut Özil in diesem Jahr kein Spiel mehr bestreiten. Bei dem Mittelfeldspieler wurde gestern ein Teilabriss des Außenbandes im linken Kniegelenk diagnostiziert. Er fällt zehn bis zwölf Wochen aus.

Löw räumte angesichts der vielen Ausfälle ein: „Auf einigen Positionen haben wir schon auch Probleme. Wie Sand am Meer, wie oft zu hören ist, gibt es auch bei uns keine Weltklasse-Spieler.“ Angesprochen auf die verdienten Lahm, Klose und Mertesacker wurde der Bundestrainer fast wehmütig. „Sie fehlen uns natürlich“, sagte er. Doch ganz dunkel sieht auch Löw die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft nicht. Einige außergewöhnliche Talente gebe es ja noch, erklärte der 54-Jährige. Nun sollen eben andere zu Führungsspielern heranreifen: Manuel Neuer, Mats Hummels, Thomas Müller und Toni Kroos. Die Auserwählten tun sich jedoch noch schwer mit der ihnen zugedachten Rolle. „Wir kriegen das schon hin“, sagte Neuer.

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