Sport : Neuer mit Perspektive

Andreas Möller kehrt zu Eintracht Frankfurt zurück – und darf später als Manager arbeiten

Hartmut Scherzer

Frankfurt (Main). Nun ist es amtlich. Andreas Möller, der am Dienstag 36 Jahre alt wird, beendet den selbst gewählten Ruhestand und kehrt noch einmal in die Bundesliga zurück. Die Eintracht Frankfurt Fußball AG bestätigte nach wochenlangen Spekulationen das Aufsehen erregende Comeback des „Frankfurter Bubs“ (Möller über Möller) und die Rückkehr zu den Wurzeln seiner schillernden Karriere. Am heutigen Sonntag wird Möller an alter Stätte als spektakulärer Neuzugang der Öffentlichkeit präsentiert.

„Der waschechte Frankfurter unterzeichnete einen Lizenzspieler-Vertrag bis zum Saisonende“, heißt es in der Pressemitteilung der Frankfurter. Und weiter: „In der Saison 2004/2005 wird Andreas Möller als Assistent des Vorstandes in den Bereichen Sport, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit mitverantwortlich tätig sein und seine Erfahrungen sowie Kontakte bei Eintracht Frankfurt einbringen."

Der 85-malige Nationalspieler hatte seine Laufbahn mit dem letzten Spiel für Schalke eigentlich am 24. Mai beendet. Doch seit dem Fehlstart des hessischen Aufsteigers in der Bundesliga und dem gleichzeitigen Einzug Möllers in sein Haus in Bad Homburg vor den Toren seiner Heimatstadt war der Retter der Eintracht schnell ausgemacht. Aus der Idee machte „Bild“ eine Kampagne („Jaaa! 87,4 Prozent wollen Möller sehen“), der auch der eigenbrötlerische Trainer Willi Reimann schließlich nachgab. Noch sechs Tage zuvor, nach dem ersten Punktgewinn gegen Hertha BSC, hatte der 53-jährige Westfale sich mokiert: „Uns werden ständig Spieler reingesungen, die in Gran Canaria unterm Sonnenschirm liegen. Sollen die für uns die Kastanien aus dem Feuer holen?“

Am Samstag hieß es schließlich, dass nach intensiver Beratung der Führungsgremien mit dem Cheftrainer Einmütigkeit über die Verpflichtung von Möller erzielt worden sei. Weiter im Text: „In den Gesprächen mit Willi Reimann war deutlich geworden, wie groß Andreas Möllers Verbundenheit zur Eintracht und der Region nach wie vor ist." Zwischen 1985 und 1988 sowie zwischen 1990 und 1992 hatte Möller 104 seiner insgesamt 418 Bundesligaspiele für die Eintracht bestritten und 33 Tore für seinen Heimatverein erzielt. Borussia Dortmund, Juventus Turin und Schalke 04 waren die anderen Stationen seiner Profikarriere.

„Ich bin bereit zu helfen und werde auch über die Schmerzgrenze gehen“, sagte der Heim- und Rückkehrer und bezeichnete sein Comeback als emotionale Entscheidung: „Wo ich hinkomme, drängen mich Leute, zur Eintracht zu kommen. Es gibt hier keine Eintracht-freie Zone.“ Geld, das die Eintracht nicht hat und über das man auch nicht redet, spielte offenbar keine entscheidende Rolle bei seiner Verpflichtung. Schon eher Möllers Ambitionen, nächstes Jahr ins Management zu wechseln. „Ich möchte meine Erfahrung aus 18 Profijahren einbringen und der Eintracht Türen öffnen“, sagte Möller.

Im brisanten Pokal-Derby am Montag gegen die Offenbacher Kickers wird Möller noch nicht zum Einsatz kommen. Seinen ersten Einsatz plant der Mittelfeldmann mit dem Turbo-Antritt für das Bundesligaspiel am 14. September in Mönchengladbach. „Aber darüber entscheidet allein der Trainer“, sagte Möller. „Ich will keinen Freifahrtschein.“ Den bekommt er auch nicht. Nachdem alles perfekt war, äußerte sich auch Willi Reimann zu seinem Neuzugang: „Möller muss wie jeder andere Leistung in die Mannschaft einbringen. Bei mir gibt es keine gesetzten Spieler." Das habe er Möller in einem Vier-Augen-Gespräch gesagt. „Ich habe den Eindruck“, so Reimann, „da gibt es keine Probleme.“

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