Sport : Neuer Name, neues Geld

Wie die Fußballstadien finanziell interessant wurden

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Je größer die Finanznot bei den Fußballklubs, desto größer die Originalität bei der Erschließung neuer Geldquellen. Als der Hamburger SV vor der Saison 2001/02 den Namen des Volksparkstadions an den InternetAnbieter AOL verkaufte, war die Empörung groß. Inzwischen gilt die Veräußerung von Stadionnamen als lukrative Geldbeschaffungsmaßnahme, über die sich kaum noch jemand aufregt. AOL zahlt dem HSV für fünf Jahre 15,3 Millionen Euro; in München steuert der Versicherungskonzern Allianz sogar 90 Millionen Euro zum 285 Millionen Euro teuren Stadionneubau bei. Dafür werden Bayern und 1860 dann fünfzehn Jahre lang in der Allianz-Arena spielen. Folgende Stadien von Erst- und Zweitligisten wurden nach Sponsoren benannt:

Stuttgart: Gottlieb-Daimler-Stadion, früher Neckarstadion (seit 1993)

Mannheim: Carl-Benz-Stadion, früher Rhein-Neckar-Stadion (seit 1994)

Fürth: Playmobil-Stadion, früher Ronhof (seit 1997)

Leverkusen: BayArena, früher Ulrich- Haberland-Stadion (seit 1998)

Hamburg: AOL-Arena, früher Volksparkstadion (seit 2001)

Hannover: AWD-Arena, früher Niedersachsenstadion (seit 2002)

Köln: RheinEnergieStadion, früher Müngersdorfer Stadion (seit 2002)

Wolfsburg: VW-Arena, Neubau (seit 2002)

München: Allianz-Arena, Neubau (fertig 2005)

Mönchengladbach: Name steht noch nicht fest, Neubau (fertig 2004).

Neben den Münchner Vereinen will auch Borussia Mönchengladbach den Namen des neuen Stadions verkaufen. Viele Fans hatten gehofft, die Arena werde nach dem früheren Meistertrainer Hennes Weisweiler benannt. Zur Besänftigung der Nostalgiker heißt die Straße, an dem das Stadion liegt, nun Hennes-Weisweiler-Allee. sth

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