Sport : Neuer Nervenkitzel

Helen Ruwald

Plötzlich war Michael Schumacher im Bild. "Das ist schon enttäuschend", sprach der Formel-1-Star von der Leinwand im Presseraum der Max-Schmeling-Halle herab. In einem Kurzfilm wurden die Journalisten auf die Pokalendrunde Top-Four an diesem Wochenende eingestimmt. Dabei fiel der Satz: "Die Formel 1 sendet gegen das Top-Four und hat keine Chance." Eine Anspielung darauf, dass zeitgleich am Sonntag das Pokalfinale und der Große Preis von San Marino in Imola live übertragen werden. Dann folgte das Statement von Schumacher.

Natürlich sieht er die Basketballer nicht wirklich als Konkurrenz, die Aussage hatte er in völlig anderem Zusammenhang gemacht. Doch zumindest an Spannung dürfte der Basketball dem Rennsport nicht nachstehen. Im Halbfinale spielen heute die Skyliners Frankfurt gegen Herzogtel Trier (12.25 Uhr, Max-Schmeling-Halle), Alba trifft auf die EWE Baskets Oldenburg (15 Uhr). Das Spiel um Platz drei findet am Sonntag um 12 Uhr statt, das Finale um 14.55 Uhr. Gastgeber Alba und Bundesliga-Tabellenführer Frankfurt sind die Favoriten. Doch Trier, Pokalsieger 1998 und 2001, und Oldenburg haben die Topteams in dieser Saison schon kräftig geärgert. Frankfurt verlor beide Bundesligaspiele gegen Trier, das allerdings mindestens zwei verletzte Stammspieler ersetzen muss. Alba mühte sich in Oldenburg zum 89:87 und ist auch durch die knappe 111:113-Niederlage des Abstiegskandidaten gegen Frankfurt gewarnt. Tyron McCoy erzielte dabei 43 Punkte für den Verlierer.

Für Alba geht es um sehr viel. "In der Europaliga sind wir nicht so weit gekommen, wie wir es uns vorgestellt haben, deshalb ist der Pokal noch wichtiger geworden. In der Bundesliga ist es auch nicht gelaufen - damit ist der Pokal noch ein bisschen wichtiger", sagt Mithat Demirel. Die Berliner, Meister der vergangenen fünf Jahre, gehen nur als Tabellenfünfter in die Play-offs, da hat "der Pokal einen höheren Stellenwert für uns als im Vorjahr", sagt Jörg Lütcke. Die Chance auf die Meisterschaft ist so gering wie lange nicht mehr. Mit dem Pokalturnier, für das sowohl für Samstag als auch für Sonntag schon 7000 von 7500 Sitzplatz-Tickets verkauft wurden, könnte ein bislang verkorkster Saisonverlauf doch noch eine Wende erfahren. Ein Triumph würde Selbstvertrauen für das Play-off-Viertelfinale gegen Leverkusen bringen. Gestärkt durch den Pokalsieg, den dritten nach 1997 und 1999, wäre Alba wieder alles zuzutrauen. Auch der Meistertitel. Eine Niederlage, noch dazu im Halbfinale, wäre ein Desaster.

Die Gastgeber stehen unter Druck - Oldenburg nicht. "Wir können entspannt ins Wochenende gehen. Danach wird es im Abstiegskampf mehr Nervenkitzel für uns geben", sagt Manager Jens Brämer. Alle vier Teilnehmer werden je nach Abschneiden am Erlös des Pokalturniers beteiligt. Der Sieger erhält rund 50 000 Euro. Alba wartet immer noch auf eine sechsstellige Summe von der Euroleague. Auch aus finanzieller Sicht käme der Pokalsieg gerade recht.

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