Neuer Plan : Tausende Kleinsponsoren sollen Spitzensport finanzieren

Die Deutsche Sporthilfe will im neuen Jahr Tausende Kleinsponsoren für den deutschen Spitzensport gewinnen. Diese Art von Sponsoring ist in angelsächsischen Ländern verbreitet, stößt in Deutschland aber oft noch auf Unverständnis.

Robert Ide,Friedhard Teuffel

"Wir laden jeden ein, schon mit einem kleinen Betrag von drei Euro im Monat ein Förderer der Sporthilfe-Athleten zu werden", sagte der Vorstandschef der Sporthilfe, Werner E. Klatten, dem Tagesspiegel. Eine entsprechende neue Spendenkampagne beginne im Januar 2010. "Die Leistungssportler werden sich auch bei den Spendern bedanken", versprach Klatten. Einen Sportler aussuchen könne man sich als Kleinsponsor aber zunächst nicht. 

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die derzeit 3800 Spitzensportler fördert, klagt seit Jahren über sinkende Einnahmen etwa aus dem Verkauf von Sportbriefmarken. Vorbild für die Kleinsponsorensuche ist die Schweiz, dort fanden sich innerhalb von drei Jahren etwa 20.000 Fördermitglieder für den Sport. "Das ist eine erste Messlatte für uns", sagte Klatten.

In Deutschland allerdings sei die Spendenbereitschaft für Spitzensportler noch nicht so ausgeprägt wie in angelsächsischen Ländern. "Wir sind bei Turnvater Jahn stehen geblieben", beklagte Klatten. Dabei habe eine repräsentative Erhebung unter den geförderten Athleten ergeben: "Bei 60 Wochenstunden im Schnitt haben sie nicht mehr als gut 600 Euro pro Monat als verfügbares Einkommen. Hier müssen wir also dringend etwas tun."

Vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver nannte Klatten den Medaillenspiegel "bedingt aussagekräftig". Er mahnte: "Wir müssen deutlich machen, dass es nicht in erster Linie um Goldmedaillen geht, sondern um Leistungsstärke auf der Basis von Fairness." Auf die Frage, ob er die wegen ihrer auffällig erhöhten Blutwerte gesperrte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein als Doperin ansehe, antwortete Klatten: "Ja, es ist so."

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