Sport : Neuer Rahmen für die Helden

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Es ist die Frage, vor der so mancher Sportverband alle vier Jahre steht: Eine Goldmedaille spektakulär bei Olympischen Spielen geholt, die Helden in alle Fernsehstudios geschickt, die Sponsorenanfragen gesammelt – und was kommt dann? Der Deutsche Volleyball-Verband kann diese Frage immerhin konkret beantworten, er hat damit allen Verbänden einiges voraus, die glauben, dass ein Erfolg automatisch andere Erfolge nach sich ziehe.

Beim Deutschen Volleyball-Verband kommt nach dem Olympiasieg von Julius Brink und Jonas Reckermann in London eine aufgemotzte nationale Beach-Volleyballtour. Sie entstammt der Initiative des neuen Verbandspräsidenten Thomas Krohne. Dieser schloss für fünf Jahre einen Vertrag mit dem Vermarkter des Pay-TV-Senders Sky. 23 Stunden Live-Übertragungen, eine Erhöhung des Preisgelds auf 250 000 Euro, das sind schon wichtige Fortschritte. Zuletzt war die Serie in der Öffentlichkeit nur noch mit den Deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand aufgefallen. Wenn überhaupt.

Das soll sich ändern, doch dazu braucht es auch nationale Stars wie Julius Brink und seinen neuen Partner Sebastian Fuchs. Für diese Profis rangiert die nationale Serie nach WM, EM und World Tour erst an vierter Stelle. In dieser Saison macht es ihnen das Terminchaos des Weltverbandes besonders schwer, nationale Auftritte zu planen. Ein Faktor, für den der nationale Verband nichts kann. Er hat den Rahmen verbessert, nun muss er alles tun, um auch die eigenen Helden anzulocken. Es ist die nächste schwere Aufgabe.

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