Sport : Neuer Rostocker Geist

Wie der FC Hansa wieder erstklassig werden will

Kerstin Hebeler[Rostock]

Hansa am Ende? Niedergang des Ostens? Zweite Liga auf Jahre hinaus? Hansa Rostocks Klubchef Manfred Wimmer spricht lieber von der „Aufbruchstimmung“, die er bei allen Beteiligten nach dem Abstieg des langjährigen Erstligisten ausmacht. „Zum Trainingsauftakt kamen mehr Zuschauer als in der Ersten Liga“, sagt Wimmer. Beim letzten Testspiel gegen Werder Bremen, das Hansa am Sonnabend 0:2 verlor, kamen immerhin 7000 Zuschauer. Eine positive Momentaufnahmen. Bei der Planung für die Saison sehen die Zahlen weniger verheißungsvoll aus: Rund 2200 Dauerkarten sind bislang verkauft worden. 5700 waren es in der vergangenen Spielzeit, in der durchschnittlich 19 000 Zuschauer ins Ostseestadion kamen. „Für 2005/06 hoffe ich auf einen Zuschauerdurchschnitt von 10 000“, sagt Wimmer. Willkommen in der Zweiten Liga.

Den sofortigen Wiederaufstieg nennen Vorstand, Trainer und natürlich die Fans als Ziel. „Davon weichen wir nicht ab, auch wenn es schwer wird“, sagt Wimmer. Doch nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Jari Litmanen, Uwe Möhrle und Marcus Lantz schätzt Trainer Jörg Berger das neue Team als individuell schwächer ein.

Dafür kann er auf einen neuen Teamgeist setzen. „Ich habe eine mannschaftliche Geschlossenheit gesehen, die uns bislang fehlte“, sagte Jörg Berger, „es gibt keine Stars mehr, sondern nur noch das Team.“ Zehn Spieler des bislang 21-köpfigen Kaders sind nicht älter als 25 Jahre. Zu diesen zählen etwa Amir Shapourzadeh, 22, der Torjäger von Hansas Amateuren, oder Rückkehrer Marcel Schied, 22. Der Stürmer, der an Osnabrück und Unterhaching ausgeliehen war, erzielte in Testspielen elf Treffer und hinterließ einen guten Eindruck. Dennoch sollen noch ein weiterer Stürmer und ein zusätzlicher Abwehrspieler die Mannschaft verstärken. In diesem Team könnte René Rydlewicz ein gutes Beispiel für den neuen Rostocker Geist werden. Nach einer für ihn enttäuschenden vergangenen Saison glänzte er in der Vorbereitung und wird jetzt sogar als zukünftiger Spielmacher gehandelt.

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