Sport : Neuer Spaß

Hertha reist mit frischem Optimismus nach Mönchengladbach

Klaus Rocca

Berlin. Marko Rehmer war zufrieden. Gerade hatte ihn sein Trainer Hans Meyer gelobt, weil er sich beim Fußballtennis so geschickt angestellt hatte. „Es macht wieder Spaß“, sagte Rehmer und war damit einer Meinung mit seinen Teamkollegen. Der Spaßfaktor spielt wieder eine zentrale Rolle im Mannschaftsgefüge von Hertha BSC. Der Sieg vor einer Woche über Wolfsburg hat nicht nur dem Punktestand, sondern auch der Psyche gut getan. „So kann es weitergehen“, sagt Hans Meyer vor dem heutigen Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach. „Solange wir es noch selbst in der Hand haben, den Abstieg zu vermeiden, ist alles okay. Nichts ist schlimmer, als auf die Hilfe anderer vertrauen zu müssen.“

Das Spiel in Mönchengladbach ist ein ganz besonderes für Hertha. Zum einen ist es das letzte der Berliner auf dem Bökelberg, denn zur nächsten Saison zieht die Borussia in ein neues Stadion um. Zum anderen ist es das erste von mehreren Schlüsselspielen für den Drittletzten. An den letzten sechs Saisonspieltagen geht es für die Berliner noch gegen vier Mit-Abstiegskandidaten.

Ob Fredi Bobic dabei noch oft zum Zuge kommt, ist fraglich. Auch heute wird der Nationalspieler nicht in der Anfangself stehen. So gut wie gesetzt ist dagegen der Angolaner Nando Rafael, der nach seiner Sperre zuletzt gegen den VfL Wolfsburg nicht nur das Tor des Tages erzielte, sondern auch sonst gefiel. Der Pole Artur Wichniarek dagegen wird wohl nur deshalb auflaufen, weil Meyer im Angriff nun nicht gerade die Qual der Wahl hat. Vielleicht kehrt er auch wieder zum Ein-Mann-Sturm zurück. „Es ist bitter, dass uns Giuseppe Reina gerade in dieser wichtigen Phase fehlt“, sagt Meyer. Reina, in der Winterpause mit großen Hoffnungen von Borussia Dortmund verpflichtet, verließ gestern nach seiner Kreuzbandoperation das Krankenhaus.

Zurückkehren wird dagegen Dick van Burik, der Berliner Mannschaftskapitän. „Ich habe keine Beschwerden mehr“, sagt derHolländer, der verletzungsanfällig wie kaum ein anderer Herthaner ist und zuletzt wegen einer Innenbanddehnung pausieren musste. Weichen muss Dennis Cagara. Seinen Platz als Außenverteidiger wird Malik Fathi einnehmen. Von den Berliner Nachwuchsspielern hat Fathi in den letzten Wochen den größten Sprung nach vorn gemacht hat. Manager Dieter Hoeneß findet gar, dass der 20-Jährige „aus der Mannschaft derzeit nicht wegzudenken ist“.

Bei allem Spaß am Fußball, den Marko Rehmer wiederentdeckt hat: Er wird heute wohl nicht dabei sein. „Das käme noch ein wenig früh“, sagt der Nationalspieler, der gerade erst eine Oberschenkelzerrung auskuriert hat.

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