Sport : Neuer Sturm für mehr Drang

Pizarro soll Bremen den Schwung zurückbringen

Frank Hellmann

Bielefeld - Heute trifft Claudio Pizarro in Bremen ein, morgen wird der 29-jährige Stürmer offiziell im Weserstadion präsentiert. Wenn Pizarro sich dann umsieht, wird der Peruaner viel Neues entdecken. Von 1999 bis 2001 wirkte er als junges Sturmtalent an der Weser. Seitdem hat Werder Bremen gewaltige Veränderungen durchlaufen. Doch zwei Konstanten im Kader gibt es: Trainer Thomas Schaaf und Torsten Frings, damals Mitläufer, heute Wortführer. Weil Frings wegen Muskelproblemen beim Länderspiel gegen Belgien in Nürnberg fehlen wird, kann Pizarro ihn auch gleich persönlich begegnen. „Claudio wird unsere Qualität noch einmal anheben“, sagt Frings. „Ich spiele jetzt zum dritten Mal mit ihm in einer Mannschaft und freue mich, dass er kommt.“

Es war schließlich auch Frings, der sich vehement für weitere Verpflichtungen seines Klubs eingesetzt hat. Wie notwendig der Zugang für Werder ist, offenbarte der Vizemeister bei Arminia Bielefeld: Uninspiriert und ideenlos, ja lethargisch gingen die Bremer beim unbefriedigenden 2:2 (0:0) zu Werke. Vielleicht ist es ganz gut, dass ab morgen das geordnete grün-weiße Gefüge durch Pizarro durcheinander gewirbelt wird. Der 2007 vom FC Bayern zu Chelsea London gewechselte Angreifer kommt leihweise für ein Jahr. „Ohne die Hilfe von Chelsea wäre der Abschluss nicht möglich gewesen“, sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs nach den Verhandlungen mit Pizarros Berater Carlos Delgado. Werder bezahlt rund zwei Drittel seines opulenten Jahresgehalts von 3,6 Millionen Euro und 1,5 Millionen Euro Ausleihgebühr. Eine Kaufoption gibt es nicht. „Dazu gab es von Chelsea keine Bereitschaft“, sagte Allofs.

Pizarros zukünftiger Partner im Sturm, Markus Rosenberg, zeigte sich durch die Neuverpflichtung besonders ermuntert. Seine zwei sehenswerten Tore waren in Bielefeld die einzigen Bremer Lichtblicke. Sechsmal hat er in den ersten zwei Pflichtspielen getroffen. „Claudio ist ein Topmann“, sagte Rosenberg, „aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, in eine eingespielte Mannschaft zu kommen.“ Frank Hellmann

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