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Neuer Torwart für Hertha : Norweger Jarstein soll Kraft Druck machen

Neues Blut für die Chemie: Hertha BSC hat den norwegischen Nationaltorwart Rune Almenning Jarstein von Viking Stavanger zum 1. Januar 2014 verpflichtet. "Ist doch schön, ich freue mich", sagt Stammtorwart Thomas Kraft.

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Auf den Spuren Skjelbreds? Herthas neuer Torwart Rune Jarstein.
Auf den Spuren Skjelbreds? Herthas neuer Torwart Rune Jarstein.Foto: Imago

Fast wirkte es, als hätte es Thomas Kraft die Sprache verschlagen. Der Torwart von Hertha BSC verließ am Dienstag den Trainingsplatz und hatte einen Rollkragen hoch über den Mund gezogen. Doch als er auf seinen neu verpflichteten Konkurrenten im Tor, Rune Jarstein, angesprochen wurde, zog Kraft den Kragen herunter und lächelte. „Ist doch schön, ich freue mich“, sagte er, „neues Blut ist immer gut.“

Vielleicht lag die Freude daran, dass Kraft schon mitgeteilt worden war, dass Jarstein nur sein Stellvertreter sein soll. Der 29-Jährige kommt ablösefrei von Viking Stavanger und ist ab 1. Januar bis 2016 in Berlin angestellt. „Thomas Kraft bleibt unsere Nummer eins“, sagte Trainer Jos Luhukay. „In der Breite hat unser junges Torhüterteam nun eine Alternative mehr.“

Nun klingt die Verpflichtung der aktuellen Nummer eins der norwegischen Nationalmannschaft, für die Jarstein 36 Länderspiele bestritt, erst mal nicht nach einer Verpflichtung für die Breite. Herthas Norweger Per Skjelbred hatte beide Seiten einander empfohlen. „Ein guter, ruhiger, familiärer Typ“ sei sein Nationalteamkollege. Die Berliner hatten sich laut Luhukay seit zwei Monaten mit dem Torhüterthema beschäftigt, vor zwei Wochen stellte sich Jarstein in Berlin vor. Der Trainer lobte dessen Charakter, Strafraumbeherrschung, Reflexe auf der Linie und die Lebenserfahrung, gerade durch internationale Spiele. Die hat er Herthas derzeitigen Ersatztorhütern, die alle aus der eigenen Jugend stammen, voraus. Die bisherige Nummer zwei, Sascha Burchert, konnte bisher bei fünf Erst- und acht Zweitligaspielen nicht immer überzeugen, zudem fiel der 24-Jährige zuletzt mit Sprunggelenksproblemen aus und ist womöglich zum Start der Rückrundenvorbereitung am 3. Januar noch nicht fit. Zuletzt saß der 18-jährige Marius Gersbeck, der den 20-jährigen Philip Sprint als Nummer drei überholt hatte, auf der Bank. „Es wäre blauäugig gewesen, in der Rückrunde die Situation zu riskieren, einen 18-Jährigen ins Tor zu stellen“, sagte Luhukay. Burchert könne aber im Duell selbst entscheiden, wer künftig auf der Bank sitzen darf.

Dass er sich von einem Mann wie Jarstein mehr Druck auf Stammtorhüter Kraft erhofft, wollte Luhukay nicht bestätigen. „Die Chemie zwischen den Torhütern soll gesund sein“, sagte er, aber „Rune kommt nicht, um einfach nur dabei zu sein“. Nun war das Torwartthema in der Vergangenheit bei Hertha nicht immer ganz konfliktfrei. Im Sommer löste Richard Golz den bisherigen Torwarttrainer Christian Fiedler ab, Golz sollte Kraft weiterentwickeln. Der bisweilen aufbrausende 25-Jährige zeigte in der guten Hinrunde gewohnt starke Reflexe, aber ab und an auch bekannte Schwächen in der Strafraumbeherrschung und im Fußballspiel. Der „Kicker“ schrieb zuletzt, dass Krafts interner Rückhalt bei Luhukay und Manager Michael Preetz „in dieser Saison nicht größer geworden ist“.

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