Neuer Verteidiger : Ryan Caldwell: Wichtig für die Eisbären

Sein erstes Spiel mit den Eisären ging zwar verloren, dennoch konnte Neuzugang Ryan Caldwell überzeugen. Mit seiner physischen Präsenz bringt er eine ganze andere Komponente ins Spiel des Deutschen Meisters.

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Da spielte er noch für die DEG. Ryan Caldwell (26) hat inzwischen die Seiten gewechselt und verteidigt nun bei den Eisbären.
Da spielte er noch für die DEG. Ryan Caldwell (26) hat inzwischen die Seiten gewechselt und verteidigt nun bei den Eisbären.Foto: dpa

Ryan Caldwell war zufrieden mit seinem Debüt für die Eisbären. Und das war nicht einfach. Schließlich hatten die Berliner trotz spielerischer Dominanz am Sonntag 0:1 gegen den ERC Ingolstadt verloren. An der Heimniederlage gegen den Konkurrenten um den dritten Tabellenplatz traf den kanadischen Verteidiger bei seiner Rückkehr in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) aber keine Schuld. „Für das erste Spie war das sehr gut“, sagte Caldwell. „Ich bin schon richtig gut in das Spielsystem reingekommen, konnte schon viele Situationen lesen.“ Aber eines sei doch komisch gewesen: „Hier in dieser riesigen Arena die Stimmung der Zuschauer nicht gegen sich zu haben.“ 

Ryan Caldwell kennt die DEL gut. Von 2007 bis 2009 hat er für die Düsseldorfer EG verteidigt. Und er kennt die Eisbären gut. 2008 ist er mit der DEG an den Berlinern in der Finalserie gescheitert. 2009 ist er dann nach Finnland gewechselt, bei Ässät Pori hatte der Kanadier zwei gute Jahre, bei Lukko Rauma lief es diese Saison nicht mehr so gut – da kam das Angebot aus Berlin gerade recht. 

Bei den Eisbären suchten sie nach einem in der Defensive stabilen Verteidiger – und so einer ist Caldwell, der allerdings noch mehr kann. Bei seinem Debüt für die Eisbären, bei dem er mit Jens Baxmann verteidigte, deutete er das schon an. „Ich habe bei ihm ein paar Mal einen sehr guten ersten Pass gesehen“, sagte André Rankel am Sonntag über seinen neuen Teamkameraden nach dem Spiel. „Es sieht so aus, als ob er der Richtige für uns ist.“ Und Eisbären-Trainer Don Jackson meinte: „Ein ruhiger Spieler, ein guter Bodychecker. Ryan wir in Zukunft sehr wichtig für uns sein.“ 

Von Caldwell wird erwartet, dass er mit seiner Routine mehr Ruhe in die in dieser Saison doch oft aufgeregt unruhig agierende Berliner Abwehr bringt. Vor einigen Jahren, zu den Hochzeiten, hätten die Eisbären einen so physisch präsenten Verteidiger wohl eher nicht verpflichtet – aber damals wurde wohl auch vor allem Wert auf Schnelligkeit bei den Eisbären gelegt.  

Mit 31 Jahren sei er nun der älteste Profi im Team der Eisbären, sagt Caldwell. „Das ist mir auch noch nicht passiert.“ Stimmt auch nicht, Ersatztorhüter Sebastian Elwing ist schon 32 Jahre alt. Aber eine andere neue Erfahrung in der DEL kann Caldwell mit seinem neuen Team machen. „Ich denke, wir können Meister werden“, sagt er. Die Eisbären hätten ja oft in kritischen Situationen in den jüngsten Jahren gezeigt, zu was sie fähig seien. Warum solle es diesmal in den Play-offs anders sein, sagt Cadwell. „Zunächst aber müssen wir in den letzten zehn Spielen der Hauptrunde noch etwas zulegen.“ Das geht dann allerdings erst in knapp zwei Wochen, in dieser Woche pausiert die DEL wegen der Olympia-Qualifikation des Nationalteams. Freitag kommender Woche geht es für die Eisbären dann weiter – mit einem Spiel gegen Caldwells ehemaligen Klub, die Düsseldorfer EG. 

Für Caldwell Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Und schon mal seine Deutschkenntnisse etwas aufzufrischen. „In Finnland habe ich nämlich so gut wie alles vergessen“, sagt er und lacht. Das Eishockeyspielen aber hat er nicht verlernt, das hat er bereits bei seinem Debüt für die Berliner gezeigt – so bitter das Spiel für die Eisbären am Sonntag auch ausging.

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