Neuer VfB-Trainer : Babbel schafft in Stuttgart Privilegien ab

Markus Babbel geht in Stuttgart mit viel Elan ans Werk. Zuerst hat er klare Regeln für alle aufgestellt.

Oliver Trust
Babbel
Neue Besen. Markus Babbel, hier hinter Vorgänger Armin Veh. -Foto: dpa

Stuttgart - Manches hörte sich an wie aus dem Einsteigerhandbuch für Fußballlehrer, die ohne große Erfahrung in die Fußstapfen eines namhaften Trainers treten müssen. „Ich werde genau hinschauen, wer mitzieht“, sagte Markus Babbel an seinem ersten Tag. Doch statt viel zu reden hat er am Montag, dem Tag nach der Entlassung von Armin Veh als Cheftrainer des VfB Stuttgart, gleich zwei Trainingseinheiten angesetzt. Das könnte unter die Rubrik „Mache alles anders als dein Vorgänger“ fallen, aber der bisherige Assistent Babbel geht tatsächlich mit viel Elan ans Werk. Vehs Beurlaubung ist eine große Chance für den Europameister von 1996. „Alibis gibt es jetzt keine mehr“, sagte der 36-Jährige.

Er hat klare Regeln aufgestellt, so die Anwesenheitspflicht für alle. Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann ist damit einen Teil seiner Privilegien los. In seinem Vertrag sollen regelmäßige freie Tage zum Heimatbesuch verankert sein. Unter Armin Veh durfte er zuweilen schon am Samstag nach dem Spiel zur Familie an den Starnberger See reisen. Vorgestern allerdings tauchte er wie alle morgens auf dem Trainingsgelände auf.

Babbel, der seine Lizenz als Fußballlehrer noch machen muss und deshalb Rainer Widmayer als Trainer an seiner Seite hat, will bis zum Uefa-Cup-Spiel in Genua am Donnerstag vor allem Teambildung betreiben. Seine Botschaft an die Profis: Keine Extrawürste mehr. Armin Veh hatte man zuletzt vor allem zum Vorwurf gemacht, mit den Spielern zu nachlässig umgegangen zu sein. Markus Babbel hat bereits ein anderes Zeichen gesetzt. Auch aus Eigennutz: „Wenn es läuft, ist das auch gut für mich. Ich sehe meine Zukunft schon in diesem Bereich.“

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