Neues Eisbären-Team : Der Umbau nach dem Titel

Einige Spieler verlassen die Eisbären nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Katrin Schulze

Berlin – Der Anlass des derzeit abgehaltenen Partyprogramms ist klar: Die Eisbären holten am Mittwoch wieder die deutsche Eishockeymeisterschaft. Doch sie zelebrieren gleichzeitig auch einen Abschied – vor allem für einen. Nach der Finalpartie gegen die Düsseldorfer EG stimmten die Spieler immer wieder ein Lied an: „Olé, olé, Mark Beaufait.“ Sieben Jahre spielte der 38 Jahre alte US-Amerikaner in Berlin und war mehrere Spielzeiten ihr fleißigster Punktesammler.

Beaufait steht für eine der wenigen Veränderungen, die auf den Berliner Klub zukommen. Schließlich beteiligen sich die Eisbären traditionell nicht allzu rege an dem jährlichen Treiben des An- und Verkaufsmarktes der Deutschen Eishockey- Liga (DEL). „Die Philosophie, nur wenige Wechsel pro Saison vorzunehmen, hat sich bewährt“, sagt Peter John Lee. Trotzdem wird der Berliner Manager zur nächsten Saison mehr Umbauarbeiten vornehmen als noch im vergangenen Jahr, in dem lediglich Richie Regehr kam. Grund für die ausgiebigeren Mannschaftsreparaturen sind ein paar Abgänge beziehungsweise altersbedingte Aufgaben – wie die von Beaufait. Neben ihm wird wohl auch der 36 Jahre alte Brandon Smith seine Karriere beenden, Verteidiger René Kramer wird nach Kassel gehen. Den prominentesten Wechsel aber legt Nathan Robinson hin – ihn zieht es zu seinem ehemaligen Arbeitgeber nach Mannheim, weil er trotz zweijährigen Engagements nie wirklich in Berlin angekommen ist. Und weil ihn die Adler satt entlohnen. Anders sieht es bei Torhüter Youri Ziffzer aus, der fünf Jahre lang fester Bestandteil des Klubs war, sich zuletzt jedoch nicht gegen Stammtorwart Rob Zepp durchsetzen konnte und deshalb einen Zweijahresvertrag bei Ligakonkurrent Hannover Scorpions unterschrieben hat. „Ich habe momentan keine Perspektive bei den Eisbären“, sagt Ziffzer. „In Hannover will ich wieder die Nummer eins sein.“ Für den Nationaltorhüter soll ein junger Keeper aus der Oberligamannschaft ins Profiteam rücken.

Überhaupt dürfen die Eisbären wieder auf Unterstützung aus dem eigenen Nachwuchs hoffen: Spieler wie Laurin Braun, Dominik Bielke, Alexander Oblinger oder Patrick Pohl, die in der vergangenen Spielzeit sporadisch zum Einsatz kamen, können auf einen Stammplatz im DEL-Team hoffen. Bis jetzt steht außerdem die Verpflichtung des 24 Jahre alten Angreifers Travis James Mulock fest, der – aus Bad Tölz kommend – seinem Bruder Tyson nach Berlin folgt. Darüber hinaus soll Marvin Degon vom EHC Wolfsburg die Abwehr stärken. „Ich glaube, dass wir mit unserem Stamm und diesen Verstärkungen mittel- und langfristig oben mitspielen können“, sagt Lee. Eine bescheidene Einschätzung nach zuletzt vier Meistertiteln in fünf Jahren. Katrin Schulze

Auf dem Weg zu Wowereit: Autokorso in Berlin, Seite 8.

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