Sport : Neues Geld haben nur die Scheichs Spanien: Malaga will sogar Barcelona angreifen

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Berlin - Wenn man Großes vorhat, kommt es auf eine Woche nicht an. Der Streik in der Primera Division hat einen Spieltag lang gedauert, an diesem Samstag startet die erste spanische Fußball-Liga in die Saison. „Dank der vielen neuen Spieler haben wir eine Mannschaft, die den FC Barcelona ärgern kann“, sagt Martin Demichelis. Der ehemalige Verteidiger von Bayern München ist seit einem halben Jahr in Malaga und hat mit seinem Klub knapp den Abstieg verhindert. Jetzt aber soll mit dem Scheich alles noch viel besser werden.

Abdullah Bin Nasser Al Thani hat den Klub bereits im Mai 2010 gekauft, für vergleichsweise günstig klingende 36 Millionen Euro. Er kommt ebenso aus Katar wie die Inhaber des zweiten aktuellen Großprojekts in Europa, die Investorengruppe unter der Führung von Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, die in Frankreich für etwa 50 Millionen Euro die Aktienmehrheit an Paris St. Germain übernommen hat. Beide Klubs haben in diesem Sommer mehr in neue Spieler investiert, als ihre Übernahme gekostet hat.

In Malaga kamen bereits im vergangenen Winter Spieler wie der Argentinier Demichelis oder der Brasilianer Julio Baptista. Richtig investiert wurde aber erst in dieser Transferperiode. 60 Millionen Euro kosteten neun neue Spieler, neu sind international renommierte Leute wie Ruud van Nistelrooy, Jeremy Toulalan oder Santi Cazorla, dessen Verpflichtung dem Klub allein 21 Millionen Euro wert war. Auf den ersten Blick erscheint das Projekt Malaga wie eines der Investitionsgräber, von denen es viele im Fußball gibt. Aber der Zeitpunkt, um in Spanien zu investieren, erscheint günstig. Sieben Erstligisten der finanziell aufgeblähten Liga werden derzeit von Konkursverwaltern geführt. 50 Millionen Euro an Gehältern stehen noch aus, sie sollen als Ergebnis des Streiks nun gezahlt werden.

Der FC Malaga hat solche Probleme nicht und durchaus eine Perspektive, weil nicht nur Spieler geholt wurden, deren Karriereende absehbar ist, sondern auch einige jüngere Leute. Der 30 Jahre alte Martin Demichelis wird als Spieler aber einen ernsthaften Angriff auf die über allen anderen Klubs stehenden FC Barcelona und Real Madrid nicht mehr erleben. Dafür müsste der Scheich schon ein bisschen mehr investieren. 17, 28 und 25 Punkte betrug der Vorsprung des Meisters Barcelona in den vergangenen drei Jahren auf den Drittplatzierten der Primera Division.

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