Sport : Neues Leben

Tennis in Hamburg ist wieder attraktiv – doch wie lange?

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Hamburg (Tsp). Das Herkunftsland des Siegers war keine Überraschung, der Name des Triumphators dagegen schon: Guillermo Coria kam bei den German Open am Hamburger Rothenbaum zum ersten Masters Sieg seiner Karriere. Im Finale bezwang der Tennis-Profi aus Argentinien am Sonntag seinen Landsmann Augustin Calleri in zwei Stunden und zwölf Minuten in drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:4. Coria kassierte für seinen Turniersieg ein Preisgeld von 400 000 Dollar und rückte auf Platz fünf im Champions Race vor. Dort liegt er sieben Punkte hinter Rainer Schüttler, der im Achtelfinale ausgeschieden war.

Der Sieger hatte im Halbfinale, das vier Argentinier erreicht hatten, für einen Eklat gesorgt. Im zweiten Satz noch von Krämpfen geschüttelt, trumpfte er im dritten auf und bezwang Gaston Gaudio mit 6:3, 6:7 (3:7), 6:0. „Ohne die Hilfe der Ärzte hätte ich nicht weiterspielen können“, sagte der 21-Jährige. Derlei Mätzchen erlaubte sich Coria im Endspiel gegen den 26-jährigen Calleri nicht. Calleri konnte an seine gute Leistung beim 6:4, 6:1 im Halbfinale gegen Wimbledon-Finalist David Nalbandian nicht anknüpfen.

Nach dem letzten Ballwechsel war indes nicht geklärt, ob kommendes Jahr der erste Aufschlag bei den German Open in Hamburg überhaupt stattfinden wird. Eine Woche lang hatten Chairman Boris Becker und seine Geschäftspartner mit ihrem Konzept aus Show und Sport versucht, dem Turnier am Rothenbaum neues Leben einzuhauchen. Insgesamt 120 000 Zuschauer kamen. „Jeder hat jetzt verstanden, was wir unter einem modernen Tennis-Event verstehen“, sagte Becker. „Wir möchten gerne weitermachen, aber es muss sich rechnen.“

Für 1,5 Millionen Euro hatten Beckers Partner dem Deutschen Tennis-Bund (DTB) die Werberechte abgekauft und damit die Durchführung des Turniers gesichert. Mit 1,5 Millionen Euro Einnahmen aus TV-Rechten und Eintrittsgeldern schloss der DTB die Veranstaltung ohne Verlust ab. „Wir wollen es wieder anpacken“, sagte DTB-Präsident Georg von Waldenfels. „Aber wenn sich das Turnier nicht finanzieren lässt, muss man sich davon verabschieden.“ Innerhalb von zehn Tagen wollen Becker und seine Partner entscheiden, ob sie sich auch kommendes Jahr in Hamburg engagieren wollen.

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