Sport : Neues Stadion, neuer Trainer

In Wolfsburg steht Wolf in der Kritik – kommt Röber?

André Görke

Wolfsburg. Das Transparent hing auf der Nordtribüne der Volkswagen-Arena. „Neues Stadion, neuer Trainer!“, stand da. Das Laken hatten die Fans des VfL Wolfsburg symbolisch über dem Fanblock angeknippert: Das Kollektiv fordert die Entlassung von Trainer Wolfgang Wolff. „Ich kann mit solchen Plakaten nichts anfangen“, sagt Manager Peter Pander. Dann: „Wir werden im Januar über das Thema sprechen. Vorher wird es dazu keine Aussagen geben.“

Auf der Westtribüne des neuen Stadions saß an diesem Abend Bernd Storck. Er ist der Assistent von Jürgen Röber, dem ehemaligen Trainer von Hertha BSC. Und der ist seit Monaten beim VfL Wolfsburg im Gespräch. War Storck also schon für seinen neuen Arbeitgeber im Stadion? Storck sagt: „Ich bin nur auf der Durchreise nach Berlin. Ich wollte mir das neue Stadion angucken, mehr nicht.“ Doch stimmt das wirklich?

Schon im Frühjahr, wenige Wochen nach seiner Beurlaubung bei Hertha BSC, soll sich Röber mit dem VfL Wolfsburg einig gewesen sein. Dazwischen kam, dass Trainer Wolf mit seiner Mannschaft in der Rückrunde plötzlich wieder Erfolg hatte. Im Sommer nun wird Wolfs Vertrag nach fünf Jahren auslaufen. Wenig, eigentlich sogar sehr wenig spricht dafür, den Arbeitsvertrag mit ihm zu verlängern. Der VfL Wolfsburg will bis 2007 in die Champions League. Im Sommer hat Manager Pander einen Star wie Stefan Effenberg in die Provinz gelockt, Sponsor Volkswagen hat dem Klub gerade ein modernes Fußballstadion vor die Haustür gestellt. Der Klub hat ein gewisses Potenzial. Einen Trainer, der höheren Ansprüchen entspricht, hat der VfL Wolfsburg nicht. Wolfs Image ist eher dröge.

Röber wäre ein Trainer, der aus der Hauptstadt kommt. Hertha BSC hat er immerhin in die Zwischenrunde der Champions League geführt. Röber sagt, dass er sich „an Trainerdiskussionen generell nicht beteiligen will“. Aber: „Ich will zurück in die Bundesliga.“ In Fußballstadien lässt sich Röber in diesen Tagen nicht mehr blicken, „das bringt zu viel Unruhe.“ Neulich hat er sich zwar ein Bundesligaspiel von 1860 München angeschaut, „aber da steht Trainer Pacult ja auch nicht in der Kritik. Wir warten auf ein Angebot. Es wird Zeit, dass wir wieder bei einem Verein unterkommen. Aber es tut sich wenig.“

In Wolfsburg haben die Fans gepfiffen, als der Stadionsprecher den Namen des Trainers verlesen hat. Die Fans haben gepfiffen, als Wolf einen Spieler auswechselte. Und vor einer Woche, beim Wolfsburger Auswärtsspiel in Berlin, hatten die mitgereisten Fans auf ein Transparent „Wolf raus“ gemalt. Warum hat der Mann eine so geringe Lobby? „Er arbeitet schon viele Jahre an einem Ort“, sagt VfL-Profi Patrick Weiser. „Vielleicht ist es normal, dass die Fans da irgendwann einen neuen Trainer fordern.“

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