NEUN MINUTEN mit … : Rudi Bommer

Duisburgs Trainer verarbeitet den Abstieg

Richard Leipold

Als alles vorbei ist, gewährt Rudi Bommer einen Einblick in sein Inneres. Der Verein des Trainers, der MSV Duisburg, ist gerade abgestiegen, nun sitzt Bommer zum letzten Mal in seinem Stadion auf einem Podium der Bundesliga. Er arbeitet alles auf, neun Minuten lang.

Zunächst berichtet der 50-Jährige von einer Premiere während der Halbzeitpause. „Ich habe zum ersten Mal an die Ehre meiner Spieler appelliert“, erzählt Bommer. Wenn die Mannschaft schon absteige, dann solle sie es gefälligst mit Anstand tun, habe er den Spielern gesagt. Die hatten einen 0:3-Rückstand in die Kabine mitgebracht. Nach Bommers Worten rafften sich die Profis dazu auf, den Rückstand gegen nachlassende Münchner zu verringern. Den sechsten Duisburger Abstieg aus der Bundesliga konnten sie freilich nicht mehr abwenden.

Nun, einige Minuten sind vergangen, beschreibt Bommer mit gesenkten Augen den Misserfolg der ganzen Saison. Er erinnert an die vielen vermeidbaren Punktverluste, die vielen Niederlagen, die auffallend oft gerade in den Schlussminuten zustande gekommen seien. Damit ist für ihn alles gesagt. Noch Fragen? Stille. Keine Fragen? Doch, eine: „Herr Bommer, wollen Sie als Trainer beim MSV Duisburg weitermachen?“ Die Ruhe zerbricht. „Ich fordere doch auch nicht Ihren Job!“, blafft der Trainer zurück. Eine Nachfrage später antwortet er mit – Ja. Dann steht Rudi Bommer auf und geht.

Ach, noch etwas: Will denn überhaupt der Präsident seinen Trainer behalten, dessen Vertrag auch für die Zweite Liga gilt? „Ich denke schon“, antwortet Walter Hellmich. Es wirkt nicht so eindeutig wie zuletzt. Und Abpfiff. Richard Leipold

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