Sport : Neun "Oscars" für den Sport - Aber deutsche Stars bringen es nur bis in die Jury

Was für die Kinohelden der Oscar und für die Popidole der Grammy ist, soll in Zukunft für internationale Sportgrößen der "Laureus" werden. Am 25. Mai geht in Monaco eine Party über die Bühne, die nach den Vorstellungen der Initiatoren den pompösen Hollywood-Inszenierungen in nichts nachstehen und zu einer festen Einrichtung wird. Mit dem "Laureus Sports Awards" sollen unabhängig von Sportarten und Fachverbänden in neun Rubriken "die" Sportler des Jahres in einem weltweit übertragenen Medien-Ereignis gekürt werden.

Hinter der ersten globalen Sporlerwahl stehen als Initiatoren die Konzerne DaimlerChrysler und Richmond, Prinz Albert von Monaco als Schirmherr - und jede Menge Sportgrößen von einst. 36 klingende Namen umfasst die Jury, unter ihnen Pélé, Michael Jordan, Martina Navratilova, Niki Lauda, Ivan Lendl, Miguel Indurain oder Nadia Comaneci. Die deutschen Farben sind in dieser "World Sports Academy" vertreten durch Boris Becker und Katarina Witt.

Sie werden in den Kategorien Sportler, Sportlerin, Mannschaft, Newcomer, Comeback, Alternativ- und Behindertensport jeweils aus drei Kandidaten den Sieger bestimmen. Sport-"Oscars" gibt es außerdem noch in den Bereichen Lebenswerk und sozialer Einsatz.

Deutsche Athleten werden nicht zu jenen gehören, die in Monte Carlo die von einer Nobelmarke (Cartier) entworfene Laureus (Lorbeer)-Statuette in Empfang nehmen dürfen. Auf der Nominierungsliste, die von rund 200 Fachjournalisten erstellt und am Dienstag in London präsentiert wurde, war für Martin Schmitt, Michael Schumacher oder Lothar Matthäus kein Platz. Dagegen tauchte gleich zwei Mal der Name Andre Agassi auf: Um den Titel Sportler des Jahres konkurriert der amerikanische Tennisstar mit Ausnahmegolfer "Tiger" Woods und Sprint-Wunder Maurice Greene; zudem ist er wie auch Hürdensprinterin Ludmilla Enqvist und Radprofi Lance Armstrong für das Comeback des Jahres nominiert worden.

Auch in den anderen Rubriken spielen vorwiegend Tennis, Leichtathletik und Sportler aus den USA die Hauptrollen. Um die Sportlerin des Jahres wetteifern Wimbledonsiegerin Lindsay Davenport, Sprinterin Marion Jones und 5000-m-As Gabriela Szabo (Rumänien). Ob sich der "Laureus Sports Awards" in Zeiten ohnehin ausufernder Ehrungen durchsetzt, wird sich zeigen. Am nötigen Rückenwind fehlt es dem Retortenkind dank der Anschubfinanzierung der renommierten Paten nicht. Jeweils rund eine Million Mark lassen sich die zu einem Joint Venture verbündeten Konzerne DaimlerChrysler und Richemont das Spektakel kosten, das zum Ziel hat, Sport, Musik, Entertainment und Mode zur "Lifestyle-Gesellschaft" miteinander zu verbinden.

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