Sport : Neunmal Gelb, einmal Rot, ein Abseitstor: Chile schlägt die Schweiz 1:0

Das Tor des Nachmittags erzielte Mark Gonzalez, doch der gefährlichste Mann auf dem Platz hieß Khalil Al Ghamdi. Während der Stürmer aus Chile den entscheidenden Treffer beim 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Schweiz erzielte, konnte der Schiedsrichter aus Saudi-Arabien auf die beeindruckendste Bilanz verweisen. Unzählige Pfiffe, neun Gelbe und eine Rote Karte für den Schweizer Valon Behrami kramte er während der 90 Minuten aus seinen Taschen hervor und hatte damit maßgeblichen Anteil am zerfahrenen Spiel im Nelson-Mandela-Bay-Stadion von Port Elizabeth. Auch am einzigen Tor war er nicht unbeteiligt, denn es hätte wegen einer Abseitsstellung nicht zählen dürfen. „Bei einer Weltmeisterschaft sollen die besten Schiedsrichter pfeifen, die auch in den großen Ligen aktiv sind, und nicht Referees, die irgendwo am Strand pfeifen“, ereiferte sich der Schweizer Trainer Ottmar Hitzfeld danach. Während die Chilenen nun mit sechs Punkten an der Spitze der Gruppe H liegen und vom Achtelfinale träumen, müssen die Schweizer vor dem letzten Gruppenspiel gegen Honduras zittern.

Bei dem Duell zweier gut geordneter Teams ohne überragende Individualisten ereignete sich lange nichts Erwähnenswertes, wenn man mal von zwei chilenischen Fernschüssen absieht, die Torhüter Diego Benaglio abwehrte. Bis Khalil Al Ghamdi in der 31. Minute die Pattsituation jäh durchbrach – der zeigefreudige Unparteiische schickte Behrami mit Rot vom Platz. Der Schweizer hatte gleich gegen zwei Gegenspieler mit dem Arm nach hinten ausgekeilt, dennoch war es sehr hart, dies als Tätlichkeit auszulegen. „Das ist nie eine Rote Karte, das ist nicht mal eine Gelbe“, sagte Hitzfeld. „Ich stand fünf, sechs Meter daneben und habe nichts gesehen.“ Dennoch musste seine Mannschaft nun eine Stunde lang in Unterzahl überstehen.

Sie hätte es beinahe geschafft, wenn Al Ghamdi seine Adleraugen in der 75. Minute nicht im Stich gelassen hätten. Chiles Esteban Parades durfte Mark Gonzalez die Vorlage zu seinem Kopfballtor geben, obwohl er zuvor im Abseits gestanden hatte. Eren Derdiyok vergab kurz vor Schluss bei der einzigen Chance der Schweizer das mögliche 1:1. Tsp

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