Sport : Neuville, ein Häufchen Elend

Die Zusammenstellung des EM-Kaders von DFB-Teamchef Erich Ribbeck hat Bestürzung beim nicht berücksichtigten Personal und verhaltene Kritik beim Kollegen Christoph Daum ausgelöst. Der Leverkusener Stefan Beinlich, der nicht zur EM darf, hatte fest mit seiner Nominierung gerechnet. Der Mittelfeldspieler, der zu Hertha BSC wechselt, erklärte, dass sein Leverkusener Teamkollege Oliver Neuville noch mehr unter der Nichtnominierung litte: "Oliver ist völlig fertig."

Bayer-Trainer Christoph Daum ließ Kritik am Personalpuzzle von Ribbeck erkennen: "Zu diesem Kader gibt es einiges zu sagen, aber das werde ich Erich persönlich mitteilen. Er möge mir nachsehen, dass ich eine andere Meinung habe als er." Neuville, der lange Zeit Stammspieler unter Ribbeck war, meinte niedergeschlagen: "Ich bin tief enttäuscht, aber wenn der Teamchef mich doch noch ruft, komme ich sofort." Hertha-Stürmer Michael Preetz war frustriert: "Das war meine letzte Chance, bei so einem großen Turnier dabei zu sein. Mit der WM 2002 brauche ich nicht mehr zu rechnen."

Hertha-Mittelfeldspieler Sebastian Deisler bekam zu Hause bei seinen Eltern am Fernsehen mit, dass ihn Ribbeck zum großen EM-Hoffnungsträger machte. "Ich fühle mich gut in Tritt", meinte der 20-Jährige.

Mit einem Treffen von DFB-Teamchef Erich Ribbeck und Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld wird heute in München für das DFB-Team der Countdown zur EM beginnen. Für das offizielle Abschiedsspiel von Lothar Matthäus am Freitag im Olympiastadion berät Ribbeck mit Hitzfeld die Zusammenstellung der Nationalelf, die zu Ehren des 39-jährigen Matthäus gegen den FC Bayern München antritt. Fest steht, dass Matthäus in der ersten Halbzeit das DFB-Trikot und in der zweiten Hälfte das Bayern-Hemd tragen wird."Die Bayern haben nicht mehr genug Spieler, da die Südamerikaner zu Länderspielen abgereist sind. Ribbeck und Hitzfeld wollen festlegen, wie die Mannschaften zusammengestellt werden", sagte DFB-Pressechef Wolfgang Niersbach.

Dass Thomas Häßler ein Comeback im DFB-Team feiern wird, freute DFB-Präsident Egidius Braun: "Was hatte Icke für Schläge zu verkraften, aber dennoch hat er sich durchgebissen."

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