NHL-Finale : Chicago Blackhawks kurz vorm Titelgewinn

In der Finalserie der Eishockey-Profiliga NHL stehen die Chicago Blackhawks kurz vor dem Titelgewinn. Nach einem Heimerfolg führen sie gegen die Boston Bruins um Dennis Seidenberg mit 3:2 und brauchen nur noch einen Sieg zum Titel.

Wenn Eishockey-Nationalspieler Dennis Seidenberg zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren mit seinen Boston Bruins den Stanley Cup der nordamerikanischen Profiliga NHL noch gewinnen will, gibt es nur ein Motto: Verlieren verboten. Durch die 1:3-Niederlage am Samstag (Ortszeit) bei den Chicago Blackhawks stehen Seidenberg und Co. mit dem Rücken zur Wand. Chicago führt die Serie „Best of seven“ mit 3:2 an. Boston benötigt nun am Montag daheim unbedingt einen Sieg, um ein siebtes und entscheidendes Spiel am Mittwoch in Chicago zu erzwingen.

„Das Selbstbewusstsein in unserer Kabine ist immer noch groß. Wir wissen, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben. Jetzt geht's um alles“, sagte Seidenberg. Auch David Krejci hat trotz der zweiten Niederlage in Serie den Titel noch nicht abgeschrieben. „Wir sind nicht so weit gekommen, um jetzt aufzugeben. Wir werden kämpfen“, betonte der tschechische Stürmer.

Doch Kampf alleine scheint gegen die immer besser auftretenden Blackhawks nicht zu reichen. Vor allem die quirligen Top-Stürmer Patrick Kane und Jonathan Toews bereiteten der Parade-Verteidigung Zdeno Chara/Dennis Seidenberg mit ihrer Schnelligkeit einmal mehr Probleme. Kane staubte in der 18. Minute zum 1:0 ab, als Seidenberg einen Schlagschuss von Johnny Oduya unglücklich mit dem Schläger abfälschte. Und der US-Nationalspieler war auch zur Stelle, als Chicago in der 25. Minute einen Tempogegenstoß über Toews und Bryan Bickel gegen Chara/Seidenberg erfolgreich abschloss. Somit stand Kapitän Chara bei sieben und Seidenberg bei sechs der vergangenen neun Gegentore aus dem Eis.

„Das passiert, wenn man gegen gute Gegner spielt und viel Eiszeit bekommt. Wir können alle besser sein und werden am Montag auch besser sein“, versprach Seidenberg, der nach dem 0:2 ein Abwehrpaar mit Andrew Ference bildete. Neben dem Rückstand mussten die Bruins im zweiten Drittel den Ausfall von Patrice Bergeron verkraften, der aus noch unbekannten Gründen nicht weiterspielen konnte und mit einem Krankenwagen in ein naheliegendes Krankenhaus gebracht wurde. Somit fehlte Boston nicht nur der mit vier Treffern erfolgreichste Torschütze der Finalserie, sondern auch der Bully-Spezialist. Bei den Blackhawks zog sich Kapitän Toews eine Oberkörper-Verletzung zu und kam im Schlussdrittel nicht mehr zum Einsatz.

Als Chara mit einem Schlagschuss in den Winkel auf 1:2 verkürzte (44.), drückten die Gäste auf den Ausgleich. Doch auch Chicago hatte gute Chancen, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Doch letztlich mussten die 22.274 Fans im ausverkauften United-Center bis 14 Sekunden vor Ende zittern, ehe Dave Bolland mit einem Schuss ins verwaiste Bruins-Tor zum Endstand traf. Trotz des anschließendes Jubels warnte Doppeltorschütze Kane vor verfrühter Meistereuphorie.
„Das war ein riesiger Sieg, wir haben uns in eine gute Position gebracht und freuen uns darüber. Aber wir müssen noch ein weiteres Spiel gewinnen und werden uns genauso konzentriert auf die nächste Partie vorbereiten, wie auf jede andere.“ Die Bruins befinden sich indes in der gleichen Situation wie schon vor zwei Jahren. Damals verloren sie Spiel fünf der Finalserie bei den Vancouver Canucks mit 0:1, lagen in der Serie 2:3 hinten. Es folgte ein 5:2-Sieg daheim und eine 4:0-Gala in Spiel sieben in Vancouver - und somit der erste Titelgewinn seit 1972. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben