NHL-Finale : Seidenberg und Bruins verlieren Marathon-Spiel

Bereits 3:1 geführt und nach 113 Minuten 3:4 nach Verlängerung verloren: Die Boston Bruins und ihr deutscher Verteidiger Dennis Seidenberg erleben beim ersten Finalspiel um den Stanley Cup einen unglücklichen Auftakt bei den Chicago Blackhawks.

Chicago verteidigt sich. Und gewinnt am Ende.
Chicago verteidigt sich. Und gewinnt am Ende.Foto: Reuters

In den Finalspielen der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL haben die Boston Bruins mit Nationalspieler Dennis Seidenberg die erste Partie bei den Chicago Blackhawks unglücklich verloren. Am Mittwoch (Ortszeit) unterlag der Meister von 2011 dem Champion von 2010 nach dreimaliger Verlängerung mit 3:4. Das von den Fans im ausverkauften United Center bejubelte Siegtor für die Blackhawks schoss Andrew Shaw in der 113. Minute. Seidenberg stand am längsten von allen Feldspielern auf dem Eis, konnte aber trotz überragender Leistung die Niederlage nicht verhindern.

„Es ist nie leicht, wenn du ein Spiel in der dritten Verlängerung verlierst“, sagte Bruins-Trainer Claude Julien. Sein Blackhawks-Pendant Joel Quenneville hob nach dem Eiskrimi hervor, dass man heute „praktisch zwei Partien gespielt“ habe.

22.110 Zuschauer harrten im United Center insgesamt rund fünf Stunden aus, ehe Andrew Shaw den Thriller kurz nach Mitternacht (Ortszeit) beendete. Beim viel umjubelten Siegtor der Gastgeber wurde ein Schuss von Michal Rozsival zunächst von Dave Bolland und anschließend entscheidend von Shaw abgefälscht. „Wir haben uns das Ding verdient, es war eine unglaubliche Schlacht und wir wussten, dass es zu diesem Zeitpunkt kein schönes Tor sein würde“, sagte Shaw.

Nach 112:08 Minuten Spielzeit war das fünftlängste Spiel der NHL-Endspielgeschichte entschieden. Die Blackhawks lagen sich auf dem Eis in den Armen, ihre Fans jubelten euphorisch auf den Rängen und die Bruins verließen fast fluchtartig den Ort des Geschehens. „Wir hatten einige großartige Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Aber ich bin von unserem Auftreten nicht enttäuscht“, meinte Julien.

Nachdem die Bruins im Halbfinale die favorisierten Pittsburgh Penguins klar mit 4:0 besiegt hatten, traten sie beim besten Team der Vorrunde dementsprechend selbstbewusst auf. Milan Lucic traf in der 13. Minute zum verdienten 1:0 und erhöhte kurz nach Beginn des zweiten Drittels auf 2:0. Als Seidenberg anschließend einen Zweikampf an der Bande gegen Brandon Saad verlor, brachte der Stürmer der Blackhawks die Gastgeber mit einem platzierten Schuss in den rechten Torwinkel auf 1:2 heran (24. Minute). Trotz dieser unglücklichen Aktion spielte Seidenberg eine starke Partie, blockte neun Schüsse und hatte mit 48:36 Minuten die meiste Einsatzzeit seines Teams.

Als Patrice Bergeron Boston mit einem Überzahltor mit 3:1 in Führung brachte (47.), deutete vieles auf einen Bruins-Sieg hin. Doch Chicago gab nicht auf. Bolland verkürzte nur zwei Minuten später auf 2:3 und anschließend hatten die Blackhawks das Glück auf ihrer Seite, als Johnny Oduyas Distanzschuss vom Schlittschuh von Bostons Verteidiger Andrew Ference zum 3:3 ins Tor prallte.

In der Verlängerung wirkten die Bruins konditionell stärker, konnten aber zwei Überzahlsituationen nicht nutzen. Zudem traf Kapitän Zdeno Chara den Pfosten. Als die Kommentatoren des übertragenden TV-Senders NBC darauf verwiesen, dass das längste Match der Endspielgeschichte am 15. Mai 1990 nach 115:13 Minuten mit einem 3:2-Erfolg der Edmonton Oilers gegen Boston endete, traf Shaw zum Sieg für Chicago. „Wir haben jetzt zwei
Tage Zeit, um uns wieder zu sammeln“, sagte Bruins-Kapitän Chara. Die zweite Finalpartie wird am Samstag erneut in Chicago ausgetragen. (dpa)

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