Sport : „NHL-Shirts mit meinem Namen? Cool!“

Eishockeyprofi Endras über seinen Aufstieg

Foto: dapd
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Dennis Endras, das Stadion in Augsburg wird gerade umgebaut. Sie spielen in dieser Saison auf einer Baustelle, das passt ein bisschen zu Ihrer eigenen Situation, oder?

Ich empfinde es nicht als Baustelle, weil ich mich nur damit beschäftige, was im Moment anliegt. Von daher genieße ich jetzt die Zeit in Augsburg.

Vor kurzem haben Sie mit Ihrem künftigen Arbeitgeber Minnesota Wild aus der National Hockey League (NHL) in Finnland trainiert. Nun sind sie wieder bei den Augsburger Panthern, die Sie nach der Saison in Richtung USA verlassen werden. Wie lebt es sich mit diesem hin und her?

Klar sind es irgendwie zwei Welten, am Freitag mit einem NHL-Klub in Helsinki zu trainieren und dann am Sonntag in Iserlohn auf dem Eis zu stehen. Die drei Tage mit den Wild waren ein Traum, dann ging es zurück in die Realität. Ich war bemüht, mich in Helsinki mit guten Trainingsleistungen auf Iserlohn vorzubereiten, da fiel das Umschalten nicht so schwer.

Bei der WM im Mai wurden Sie als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet, seit dieser Woche gibt es ihr Trikot mit der 44 im Fanshop der Wild. Ein rasanter Aufstieg für einen Torhüter, der vor drei Jahren noch bei Zweitligist Ravensburg war.

Die verkaufen Trikots mit meinem Namen? Das ist ja cool! Ich kann noch gar nicht richtig realisieren, was da in den letzten drei Jahren passiert ist.

Wie sind Ihre Eindrücke aus den Begegnungen mit dem künftigen Arbeitgeber?

Ich bin gut aufgenommen worden, aber es waren ja nur drei Tage. Die Situation für Torhüter ist schon besonders, weil immer nur einer spielen kann, von daher ist man einfach Konkurrent. Ich hoffe nicht, da die Nummer zwei zu werden. Klar ist das die NHL, aber ich werde auch dort versuchen, meine Ziele zu erreichen. Und das Ziel ist nicht, 80 Spiele auf der Bank zu sitzen.

Braucht das deutsche Eishockey Stars? Und wenn, könnten Sie einer werden?

Man braucht Charaktere, Gesichter, die auf der Straße erkannt werden. Oliver Kahn oder Miroslav Klose kennt jedes Kind, mit ihnen kann man eine Sportart vermarkten. Ob ich so einer werden kann? Ich hoffe es und wäre es gerne, aber es gibt auch genug andere, die das Potenzial haben.

Werden Sie denn außerhalb von Eisstadien mittlerweile erkannt?

Absolut. Wir haben beispielsweise mit der Mannschaft wie jedes Jahr einen Ausflug aufs Münchner Oktoberfest unternommen. Ich bin irgendwann nach Hause gefahren, weil es mir zu viel wurde. Man freut sich über das Interesse, aber bei so einem Ausflug mit der Mannschaft will man eigentlich mal das Eishockey vergessen, und das war so nicht möglich.

Sie haben den Eisbären die vergangene Saison mit Ihrem Sieg im Viertelfinale gehörig verdorben. Was erwarten Sie am Freitag?

Es wird etwas besonders sein, in die Halle zurückzukommen. Für die paar Jungs in unserer Mannschaft, die letztes Jahr schon dabei waren, war das mit Sicherheit ein Highlight ihrer Karriere. Die Berliner wissen, was letzte Saison passiert ist, deshalb werden sie besonders motiviert sein.

Die Fragen stellten Claus Vetter und Michael Klein.

Dennis Endras, 25, wurde bei der WM zum besten Spieler gewählt. In der kommenden Saison spielt der Torwart in der NHL. Heute tritt er mit Augsburg bei den Eisbären an (19.30 Uhr).

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