Sport : NHL: Traum vom Stanley Cup

Jochen Hecht wandelt auf den Spuren von Uwe Krupp. Der frühere Mannheimer Stürmer ist in der Nacht zum Freitag als zweiter deutscher Profi nach dem einstigen Kölner Abwehrspieler in ein Conference-Finale der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga (NHL) eingezogen. Hecht gewann mit den St. Louis Blues im Savvis Center das vierte Play-off-Halbfinalduell gegen die Dallas Stars mit 4:1, was in der Serie "best of seven" mit den Durchmarsch mit 4:0-Siegen bedeutete. Im Endspiel der Western Conference, in dem die Blues erstmals seit 1986 stehen, treffen sie auf den Gewinner der Begegnung Colorado Avalanche - Los Angeles Kings (derzeit 3:1).

"Gegen wen wir spielen, ist egal. Colorado hat die besten Einzelakteure, die Kings haben die homogenere Mannschaft. Beides sind Top-Teams", meinte Hecht. Das Halbfinale beginnt spätestens am Donnerstag. Bis dahin wird der 23-jährige Nordbadener intensiv seinen "ausgebrannten und geschundenen Körper" pflegen. Dazu gehören Massagen und Sauna. Auch eine Runde Golfspiel ist eingeplant, ehe er am Sonntag wieder aufs Eis gehen will. Headcoach Joel Quenneville stellte es zwar den Spielern frei. "Doch ich denke, es werden alle kommen. Zwei Tage ohne Eis unter den Füßen, dass hält in dieser Phase der Meisterschaft keiner von uns aus", vermutet Hecht.

Seine Zeit vertreiben wird er sich aber auch im Internet, um die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft zu verfolgen. "Ich habe bisher alle Tore gesehen. Ich drücke fest die Daumen, dass sie ins Viertelfinale kommen", sagte der Center, der aber sein Clubtrikot mit der Nummer 17 mit dem der DEB-Auswahl nicht tauschen würde. "Hier in den Play-offs zu spielen, ist das Allergrößte. Außerdem kann ich eher mit den Blues den Stanley Cup gewinnen, als mit der deutschen Mannschaft eine WM-Medaille", glaubt Hecht.

Uwe Krupp hatte erstmals 1993 mit den New York Islanders ein Conference-Endspiel erreicht, ehe er mit Colorado drei Jahre später sogar den Stanley Cup erkämpfen konnte. Soweit denkt Hecht noch nicht. Auch wenn sich die Blues so stark präsentieren wie seit Jahren nicht mehr. Die bei den Buchmachern favorisierten Dallas Stars, die 1999 die NHL-Trophäe gewannen und vor zwölf Monaten erneut ins Finale einziehen konnten, in nur vier Spielen zu bezwingen, war schon meisterhaft. Im Halbfinalspiel der Eastern Conference verlor Titelverteidiger New Jersey Devils bei den Toronto Maple Leafs 1:3. Es steht nach Siegen 2:2.

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