Sport : Nicht-EU-Ausländer: Zugelassene Anzahl wird beschränkt

Möglichst bald soll in Deutschlands Sport die Zahl der zugelassenen Nicht-EU-Ausländer in den Klassen unterhalb der ersten Bundesligen beschränkt werden. Auf diese gemeinsame Position haben sich Manfred von Richthofen als Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) und Gerhard Mayer-Vorfelder, geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), am Dienstag in Frankfurt geeinigt. Im Fußball soll diese Eingrenzung als einzige Ausnahme trotz DSB-Skepsis erst ab der Regionalliga gelten. Durch diesen Schritt sollen Nationalspieler in den Spielsportarten künftig wieder zu mehr Spielpraxis kommen und die Auswahl-Teams gestärkt werden.

Von Richthofen und Mayer-Vorfelder wollen der Konferenz der zuständigen Innenminister ihre Unterstützung für diese Idee übermitteln. Allerdings nimmt der DFB für seine Vereine in Anspruch, dass die Bedingungen im bezahlten Fußball anders sind. "In der Regionalliga als höchste Liga des Amateurfußballes soll es aber eine entsprechende Regelung geben", meinte der frühere Präsident des VfB Stuttgart. "Unser Dissenz liegt in der Zweiten Liga." Nach den Innenministern, die die Idee ins Gespräch gebracht hatten, wird sich auch die Sportminister-Konferenz damit beschäftigen müssen. "Wir wollen verdeutlichen, dass die Besonderheiten der zweiten Fußball-Bundesliga nicht mit denen anderen Verbände vergleichbar sind und es eine enge Verzahnung zwischen erster und zweiter Liga gibt", erklärte Mayer-Vorfelder auch in Bezug auf das Finanzvolumen des Unterhauses.

Der DSB-Präsident betonte, dass alle Bundestrainer in den Spielsportarten seine Einschätzung teilen würden. Nur auf dem Weg der Beschränkung von Nicht-EU-Ausländer könne das Niveau der Nationalmannschaften verbessert werden. Bei Olympia in Sydney hatte Deutschland in den Spielsportarten bis auf eine Ausnahme mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Lediglich das Frauenteam des DFB gewann in Australien die Bronzemedaille.

"Das Bild der Sportart wird aber von der Nationalmannschaft geprägt", meinte der DSB-Präsident. Er befürchtet bei einer Ausnahmeregelung für den Fußball, dass auch andere Verbände das System wieder durchlöchern könnten. Als erstes Beispiel könnte dies auf Eishockey zutreffen. "Dann könnten auch andere Verbände kommen und sich auf dem Rechtsweg eine ähnliche Behandlung erstreiten wollen. Ich kann die Argumentation des DFB verstehen, aber betrachte die möglichen Folgen mit Skepsis", sagte von Richthofen: "Letztlich wird die Innenministerkonferenz entscheiden müssen." Die Sport- und Innenministerin des Saarlands, Annegret Kramp-Karrenbauer, derzeit Vorsitzende der SMK, hatte Kompromissbereitschaft erkennen lassen.

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