Sport : Nicht mehr über die Dörfer Der Ligapokal findet jetzt in großen Arenen statt

Erik Eggers

Düsseldorf - Michael Preetz hat es sich gemütlich gemacht. Er sitzt in Loge Nr. 30 und betrachtet interessiert die neue LTU-Arena in Düsseldorf. „Dieses Stadion schreit nach mehr als nur nach Regionalliga“, sagt der Assistent der Geschäftsführung von Hertha BSC. In der Fußball-Regionalliga, da spielt Fortuna Düsseldorf. Der ehemalige Hertha-Stürmer Preetz spielte früher bei Fortuna Düsseldorf, es ist auch geistig ein kurzer Blick zurück. Aber eigentlich interessiert ihn nicht die Vergangenheit, es geht um die nahe Zukunft. Es geht um den Fußball-Ligapokal, der am Samstag in Düsseldorf mit einer bislang einzigartigen Doppelveranstaltung beginnt: Nach dem Spiel Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen (15.30 Uhr) wird Hertha gegen den VfB Stuttgart (18.15 Uhr) um den Einzug in das Halbfinale kämpfen.

Preetz erinnert sich gern an den lange wenig geliebten Ligapokal. Mit Hertha hat er die Trophäe schließlich zweimal gewonnen. 2001 und 2002 besiegten die Berliner im Finale jeweils Schalke 04. Hertha hat den Wettbewerb trotz der Erfolge nicht immer ernst genommen, weil er die Saisonvorbereitung stört. Doch in diesem Jahr ist das ein wenig anders. „Es geht darum, schnellstmöglich die Allianz-Arena in München kennen zu lernen“, sagt Preetz. Dort trifft der Gewinner der Partie Hertha – Stuttgart auf den FC Bayern.

Aber nicht nur der Modus ist neu. Auch das andere Halbfinale (in Gelsenkirchen) und das Endspiel (in Leipzig) finden in Großarenen statt, und damit hat sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) von der Idee verabschiedet, den Ligapokal in kleineren Stadien austragen zu lassen. In Wattenscheid, Erfurt und Jena wird es keine Ligapokal-Spiele mehr geben. „Wir möchten langfristig an den jetzigen Standorten bleiben“, sagt Holger Hieronymus, bei der DFL zuständig für den Spielbetrieb. Neu ist auch, dass der TV-Sender Premiere die Spiele überträgt und sponsert, so dass dieser Wettbewerb nun auch „Premiere Ligapokal“ genannt wird. Weiterer Sponsor der Fußball-Veranstaltung ist der Wettanbieter Betandwin.

Freilich gibt es in Bezug auf das Auftaktspiel in Düsseldorf noch eine Unsicherheit. Denn derzeit ist ungeklärt, wer die LTU-Arena überhaupt betreiben darf. Dieses Recht beanspruchen momentan die Stadt Düsseldorf und die Krefelder Auric-Gruppe. Nicht wenige Fans fragen sich nun, ob ihre Tickets überhaupt gültig sind. Allerdings sind bisher nicht einmal 10 000 Tickets verkauft worden. Hieronymus wollte nicht sagen, mit wem die DFL bezüglich der LTU-Arena gerade verhandelt. Aber was passiert, wenn sich die strittigen Parteien nicht einigen? Dann könnte der „beste Ligapokal aller Zeiten“ (DFL-Sprecher Tom Bender) zu einer Farce werden.

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