Sport : Nicht müde werden

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Sven Goldmann über den

zweitbesten Torjäger der Welt

Zinedine Zidane, Thierry Henry, David Trezeguet – kaum eine Nation kann derzeit so viele so gute Fußballspieler aufbieten wie Frankreich. Es mag die Franzosen ein wenig ärgern, dass davon in letzter Zeit weniger sie profitieren als vielmehr Spanien, Italien oder England, die Länder, in denen die besten Franzosen ihr Geld verdienen und deren Klubs sie im vergangenen Jahr zu Ruhm und Ehre geschossen haben. Als die Saison dann vorbei war, reisten die Zidane und Co. reichlich müde nach Südkorea, wo die Weltmeisterschaft für sie schon nach der Vorrunde beendet war.

Am Freitag nun wurde in Wiesbaden der Welttorjäger des Jahres 2002 gekürt. In die Wertung kamen ausschließlich in Länderspielen und internationalen KlubWettbewerben erzielte Tore. Unter den Top 15 tummeln sich Stürmer aus Ägypten, Norwegen und Uruguay – und kein einziger Franzose. Viele Tore schießt halt nur, wer von Zeit zu Zeit ein Päuschen einlegt. Zum Beispiel Miroslav Klose, dessen 1. FC Kaiserslautern nie Gefahr lief, sich im internationalen Geschäft zu verschleißen. Klose schonte seine Kräfte und erzielte stolze dreizehn Tore für die Nationalmannschaft, darunter fünf bei der Weltmeisterschaft gegen die erlesene Gegnerschaft aus Saudi-Arabien, Irland und Kamerun. Das reichte am Ende zu Platz zwei.

Besser war nur einer. Ruud van Nistelrooy verpasste mit seinen Holländern einfach die WM-Qualifikation und konzentrierte sich ganz auf seinen Job bei Manchester United. 13 Tore in der Champions League geben ihm Recht. Das vierzehnte, mit dem er sich den Titel des Welttorjägers sicherte, schoss er ausgerechnet gegen Deutschland. Am 20. November beim 3:1-Sieg in Gelsenkirchen. Miroslav Klose war müde und wurde zur Halbzeit ausgewechselt.

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