Sport : Nicht nur angeschlagen – geschlagen

Eisbären unterliegen EHC Wolfsburg mit 3:4.

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Berlin - Eisbären gegen EHC Wolfsburg – diese Ansetzung ist in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) meist eine einseitige Angelegenheit. Das ist nicht erst seit der Finalserie der vergangenen Saison so, als die Berliner ihren Gegner glatt in drei Spielen besiegen konnten. Doch am Freitag reichte es für die Eisbären erstmals seit acht Jahren in einem Heimspiel gegen Wolfsburg nicht. Ohne acht Stammspieler unterlag der Tabellenführer dem Tabellenvierten vor 14 200 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof 3:4 (1:2, 1:1, 1:0/0:1) nach Verlängerung.

Inzwischen ist es in der Loge, aus der die verletzten Eisbären-Profis ihren Kollegen auf dem Eis zuschauen müssen, fast so voll wie auf der Berliner Auswechselbank. Aber das hatte die Eisbären vor gut zwei Wochen nicht daran hindern können, die Wolfsburger 6:5 zu besiegen. Diesmal unterschätzten die Niedersachsen den angeschlagenen Meister allerdings nicht. Entsprechend konzentriert gingen die Wolfsburger zu Werke, nach Toren von Christoph Höhenleitner und Adrian Foster führten sie verdient 2:0. Das hielt die Eisbären nicht davon ab, ihrem Gegner mit der Schlusssirene des ersten Abschnitts zu illustrieren, dass er sich keinesfalls sicher fühlen konnte: Exakt nach 20 Minuten traf Barry Tallackson im Powerplay zum 1:2.

Nachdem Sven Felski in einem lange ereignislosen Mitteldrittel auch bei Berliner Überzahl den Puck zum 2:2 ins Tor von Lukas Lang geschoben hatte, schien es um Wolfsburg wieder einmal geschehen. Aber die Niedersachsen waren auch für ein Tor in letzter Minute zu haben: 2,8 Sekunden vor der zweiten Sirene traf John Laliberte zum 3:2. Ein Treffer mit Schockwirkung für die Eisbären, „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte der Berliner Verteidiger Frank Hördler. War aber zunächst halb so schlimm: Trainer Don Jackson nahm dreieinhalb Minuten vor Schluss Torwart Rob Zepp zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis und tatsächlich traf Travis James Mulock 58 Sekunden vor Ablauf der 60 Minuten zum 3:3, es ging in die Verlängerung. Dort traf aber Christopher Fischer nach einem Konter zum ersten Wolfsburger Sieg in Berlin seit 2004.

Damals stand wie gestern ein Roman Veber auf dem Eis. Allerdings bei Wolfsburg und es war der Vater des jungen Berliners gleichen Namens. Roman Veber junior und seine Kollegen haben nun wegen der Spiele der Nationalmannschaft elf Tage Pause. Am 14. Februar geht es für die Eisbären in Düsseldorf weiter. Die Unterbrechung kommt zum rechten Zeitpunkt für den angeschlagenen Tabellenführer vor den letzten zehn Spielen in der Hauptrunde der DEL. Claus Vetter

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