Sport : Nicht nur hohle Phrasen

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Wenn es – egal wo – Probleme gibt, lässt die Forderung nach einem Runden Tisch nicht lange auf sich warten. Alle Beteiligten an einen Tisch! Eine Parole, die häufig nichts als hohle Phrasen zur Folge hat. Ein ernsthaftes Problem ist auch die Gewalt auf Berliner Fußballplätzen. Wenn es so weit kommt, dass ein Zuschauer mit einer Machete bewaffnet aufs Spielfeld rennt, dann liegt einiges im Argen. Das hat der Berliner Fußballverband nicht erst seit gestern erkannt – und mit zahlreichen Runden Tischen reagiert. Alle sechs Wochen treffen sich Verbandsobere, Vereinsvertreter, Fans, Politiker und Polizisten im Ausschuss für Fairplay und Ehrenamt. Und sie scheinen nicht nur zu plaudern, sondern die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Denn der Rückgang von etwa 100 Spielabbrüchen auf 61 ist ein klarer Erfolg.

Lobenswert ist es auch, dass der Berliner Fußballverband nicht pauschalisiert wie mancher Spieler. Gewalt im Berliner Fußball sei kein Problem einzelner Bezirke oder bestimmter Ethnien, erklärt der BFV, sondern ein grundsätzliches, das nur gemeinsam gelöst werden könne.

Natürlich geht es auf den Plätzen immer noch ruppig zu. Daraus aber macht der Berliner Fußballverband kein Geheimnis. Er kehrt nichts unter den Teppich und beschuldigt auch nicht die Vereine, sondern zeigt Verständnis für ihre Probleme. Denn die sind häufig hilflos: Wofür bin ich verantwortlich? Darf ich mir von einem Zuschauer den Ausweis zeigen lassen? Das sind Fragen, die sie dem BFV stellen – und uneitel beantwortet bekommen. Das ist bedeutend mehr, als viele andere Runde Tische vorweisen können.

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