Sport : Nicht nur winken

München - Olympia-Chefbotschafterin Katarina Witt hat im Endspurt der Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 einen stärkeren Zusammenhalt eingefordert. „Die nächsten Monate müssen wir alle sehr fleißig sein und auch geschlossen auftreten. Wir müssen dem IOC zeigen, dass wir ein Team sind und alle hinter der Bewerbung stehen“, sagte die Kuratoriumsvorsitzende am Freitagabend in München. Katarina Witt steht in den kommenden Monaten ein stressiger Lebensabschnitt bevor. „Ich werde zu sehr vielen Veranstaltungen fliegen und die Gelegenheit nutzen, um IOC-Mitglieder zu treffen. Ich sehe mich als internationale Botschafterin“, sagte die ehemalige Eiskunstläuferin.

In der vergangenen Woche war Richard Adam, und damit bereits der dritte Geschäftsführer der Münchner Bewerbungsgesellschaft, wegen Unstimmigkeiten beurlaubt worden. Die Hintergründe blieben ebenso offen wie die Frage, ob der Posten neu besetzt wird. Bernhard Schwank, neben dem Vorsitzenden Willy Bogner im Führungsgremium übrig geblieben, wollte dazu keinen Kommentar abgeben. „Aber die Arbeit geht voll weiter und ist in keinster Weise beeinträchtigt“, sagte Schwank. Von einer Krise sei nichts zu spüren. Dennoch wolle die Geschäftsführung im April mit ihren Gesellschaftern über personelle Umstrukturierungen beraten. Mit 51 Prozent hält der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Mehrheit an der Bewerbungsgesellschaft.

Im Februar hatten die Münchner Bewerber die Spiele in Vancouver genutzt, um erste zielgerichtete Kontakte zu den Delegierten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) aufzunehmen. Am 6. Juli 2011 entscheiden sie im südafrikanischen Durban über die Vergabe der Spiele. „Wir haben versucht, uns vorzustellen, und sicherlich einen guten Eindruck hinterlassen. Man hat wohlwollend hingehört – aber die Arbeit geht jetzt erst richtig los“, sagte Witt, die auch bei der Fußball-WM in Südafrika ihren Olympia-Dienst fortsetzen will. „Dort werden viele IOC-Mitglieder sein. In den Gesprächen muss man schon diplomatisch sein, man kann nicht winkend mit dem Buch in der Hand durch die Gegend laufen“, sagte die 44-Jährige.

Neben München haben sich das französische Annecy und das südkoreanische Pyeongchang um das Großereignis beworben. „Ich glaube, man kann unterstellen, dass in Vancouver jeder Bewerber vom IOC ein gutes Feedback bekommen hat“, sagte Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid. Der Politiker flog selbst für fünf Tage nach Kanada, um Lobbyarbeit zu leisten. Zu Hause beschäftigen Schmid in erster Linie die zahlreichen Olympia-Kritiker in und um Garmisch: „Wir gehen ganz fair mit ihnen um und hoffen, dass sie das auch mit uns tun“, sagte Schmid. Umfragen zufolge sollen drei Viertel der Bevölkerung hinter der Bewerbung stehen. dpa

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