Sport : Nicht ohne meine Hightech-Haut Bei der Schwimm-WM

ist die Badehose out

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Im Dreikampf um die Krone der SchwimmWeltmeisterschaften von Barcelona treten die Olympiasieger Ian Thorpe und Pieter van den Hoogenband mit Hightech an. Der Australier Thorpe trägt im Becken einen neuen Ganzkörperanzug, der Niederländer van den Hoogenband geht wie Radstar Lance Armstrong im „Swift“-Anzug an den Start.

Hydrodynamik soll dem Körper des Schwimmers die maximale Antriebskraft im Wasser ermöglichen. Die Textilie hat auf der Vorderseite überhaupt keine Nähte, der Strömungseffekt soll noch intensiver sein als bei allen bisher bekannten Ganzkörperhäuten.

Dritter im Bunde der Superstars, aber von Super-Technologien unbelastet, ist der amerikanische Weltrekordler Michael Phelps, der mit seinen 18 Jahren am Image von Thorpe und van den Hoogenband kratzen will. Der junge Mann aus Baltimore tritt mit der Empfehlung des Weltrekords über 400 m Lagen an, kann aber Thorpe definitiv nicht nacheifern: Der Australier greift siebenmal nach Gold, Phelps in fünf Disziplinen.

„Bei der WM in Fukuoka vor zwei Jahren habe ich zu viel Silber gesehen“, sagte van den Hoogenband. 2001 war der Eindhovener in Japan über 50, 100 und 200 m Freistil Zweiter. Thorpe triumphierte bei sieben Anläufen nur einmal nicht: Über 100 m Freistil kraulte der 20-Jährige auf Platz vier.

In Katalonien verzichtet Thorpe zu Gunsten der 200 m Lagen auf die Titelverteidigung über 800 m Freistil, will aber über 100, 200 und 400 m Freistil sowie in allen drei Staffeln den Podestplatz mit der „1“ erklimmen. Sieben Starts, siebenmal Gold wie Mark Spitz 1972 bei Olympia in München – Thorpe will auch in die „Unsterblichkeit“ schwimmen und dann an die Zeit nach dem Becken-Dasein denken: „Ich werde zurücktreten, wenn ich aus dem Wasser steige und das Gefühl habe, ich kann nicht mehr schneller.“ Doch wo seine Grenzen sind, vermag der australische Nationalheld derzeit nicht zu sagen.

Dass Thorpe und sein Team in Barcelona auf Männer-Chefcoach Brian Sutton verzichten müssen, stört den Olympiasieger nicht. Sutton wurde suspendiert, weil er aus privaten Gründen mit zwei Tagen Verspätung im Trainingslager der Australier in Sindelfingen eintraf. Glenn Tasker, Sportdirektor des australischen Verbandes, schickte den 41-jährigen Sutton umgehend nach Hause, Frauen-Trainer Scott Volkers wurde mit der Gesamtverantwortung betraut. Tsp/dpa

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