Sport : Nicht weit vom Stamm

Herthas Madlung spielt in Köln von Beginn an

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Alexander Madlung hat einfach keine Lust mehr auf Fußball. „Ich beantrage fünf Tage Urlaub“, sagte der Verteidiger von Hertha BSC gestern vor dem Training. Sein Trainer Falko Götz wird das überhaupt nicht gern hören. Denn morgen, im Bundesligaspiel beim 1. FC Köln, braucht Götz den Innenverteidiger unbedingt. Doch Madlungs Urlaubsantrag war natürlich nur ein Scherz.

Der Innenverteidiger Dick van Burik wird in Köln wegen einer Platzwunde an der Ferse höchstwahrscheinlich nicht dabei sein. Andreas Neuendorf kann wegen einer Verletzung am Knöchel wohl auch nicht mitwirken. Durch van Buriks Fehlen darf Madlung in Köln von Beginn an spielen. Der 23-Jährige stand in dieser Saison in acht Pflichtspielen viermal in der Startformation und durfte zusammen mit dem derzeit überragenden Josip Simunic die Innenverteidigung bilden. „Das hat sehr gut funktioniert“, sagt Simunic.

Die beiden Abwehrspieler Madlung und van Burik sind beinahe gleich stark. Als der Linksverteidiger Malik Fathi zu Beginn dieser Spielzeit ein Formtief hatte, versuchte Götz, die hohe Qualität seiner drei Innenverteidiger gleichzeitig zu nutzen. Van Burik und Madlung spielten in der Mitte, Simunic rückte auf die linke Seite. Das Experiment misslang. Allerdings nicht, weil Madlung und van Burik schlecht spielten, sondern weil Simunic es nicht verstand, über die linke Seite Druck nach vorn zu erzeugen.

Madlung muss an van Burik vorbei, um sich einen Platz in der Stammelf zu erkämpfen. Im Spiel am Mittwoch gegen Duisburg wurde van Burik in der Halbzeit wegen seiner Verletzung ausgewechselt. Madlung kam für ihn in die Begegnung und machte ein besseres Spiel als sein direkter Konkurrent. Van Burik war in der 32.Minute an einem Ball vorbeigerutscht, der kurz darauf im Tor der Berliner landete. In der vergangenen Saison passierten ihm derartige Missgeschicke äußerst selten, der Holländer spielte sehr konzentriert. Madlung hingegen unterliefen immer wieder unnötige Fehler. „Er muss versuchen, konzentriert zu bleiben“, sagt Simunic. „Wenn ihm das gelingt, dann hat er ein sehr großes Potenzial. Ich glaube, dass er es in die deutsche Nationalmannschaft schaffen kann.“

Das Lob seines Kollegen nimmt Madlung ohne erkennbare Freude zur Kenntnis. „Das habe ich schon hundertmal gehört“, sagt er. „Ich glaube, dass ich schon bewiesen habe, dass ich es kann.“ Am Sonntag in Köln wird er es zeigen müssen, unter anderem gegen den starken Kölner Stürmer Lukas Podolski. Vorausgesetzt, Madlung ist dann nicht schon im Urlaub.

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