Sport : „Nicht zu früh in Sicherheit wiegen“

Für Christian Schreier, den Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union, hat der Klassenerhalt nach wie vor Priorität

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Mit einem souveränen 4:0-Erfolg bei Holstein Kiel ließ Fußball-Regionalligist 1. FC Union am Sonnabend aufhorchen. Die Köpenicker, gerade erst aufgestiegen, sind nach sieben Spielen überraschend Tabellendritter – mit bisher nur einer Niederlage. Der Erfolg ist zu einem großen Teil Christian Schreier, dem Trainer, zuzuschreiben. Mit seiner ruhigen, sachlichen, aber im erforderlichen Fall auch unnachgiebigen Art hat er Unions Mannschaft auf Erfolgskurs gebracht.

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Herr Schreier, mit dem 4:0 in Kiel setzt sich Union in der Regionalliga im oberen Tabellenbereich fest. Sind Sie überrascht?

Nein. Wir haben bisher eine gute Saison gespielt. Ich hoffe, dass es so weitergeht. Zudem kam unsere bisher einzige Niederlage gegen die zweite Mannschaft des Hamburger SV (0:1 – Anmerkung der Redaktion) recht unglücklich zustande.

In den vorangegangenen beiden Auswärtsspielen beim FC St. Pauli und Bayer Leverkusen reichte es nur zu Nullnummern. Wie kommt es da so plötzlich zu einer Toreflut wie in Kiel?

Das lag in erster Linie an unserer auf Konter ausgelegten Taktik. Die hat in Kiel sehr gut geklappt.

Ihrem Stürmer Karim Benyamina sind am Sonnabend gleich drei Tore gelungen. Auch nicht alltäglich – oder?

Ich freue mich sehr für ihn. Er hat das gebraucht. Ich hoffe, dass ihm mit diesem Spiel der Befreiungsschlag gelungen ist. Karim hat in den Partien davor ein paar hervorragende Torchancen ausgelassen. In Kiel wurde er von unseren Mittelfeldspielern allerdings gut eingesetzt.

Mit Steven Ruprecht hat in Kiel ein 19-jähriger Verteidiger sein Regionalligadebüt gegeben, weil Andreas Biermann verletzt ausfiel. Warum haben Sie da nicht lieber auf einen erfahrenen Akteur gesetzt?

Gegen drei Kieler Angriffsspitzen wollte ich unbedingt eine Vierer-Abwehrkette aufbieten. Mit dem Einsatz von Steven Ruprecht musste ich keine weitere Position verändern. Den ebenfalls zur Auswahl stehenden Verteidiger David Bergner hätte ich nicht auf der linken Position spielen lassen können.

Am Sonnabend kommt der Tabellenvorletzte, die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach, in die Alte Försterei. Alles rechnet mit einem Schützenfest.

Ich warne davor, diese Mannschaft zu unterschätzen. Schon gegen den HSV II haben wir das gemerkt. Wir wurden böse überrascht. Solche Mannschaften sind schwer zu bespielen, oft reichen ihnen schon ganz wenige Torchancen zu einem Treffer.

Immer wieder erzählen Sie in der Öffentlichkeit, das Saisonziel sei nur der Klassenerhalt. Wann kann sich der Verein angesichts der Tabellensituation höheren Zielen widmen?

Fragen Sie mich in dieser Angelegenheit noch einmal, wenn wir 43 Punkte auf dem Konto haben. In dieser Liga darf man sich nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Schließlich gibt es in dieser Saison fünf Absteiger. Deshalb geht es für uns weiter nur um den Klassenerhalt.

Das Interview führte Matthias Koch.

Christian Schreier (47) ist seit dem 6. April Trainer beim Fußball-Regionalligisten 1. FC Union. Er hat als Profi 331 Bundesligaspiele bestritten, überwiegend für Leverkusen und Bochum.

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