Sport : Nichts funktioniert

Leverkusen und Bremen enttäuschen beim 0:0

Christiane Mitatselis
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Foto: dpadpa

Leverkusen - Am Ende ging es ganz schnell. Jupp Heynckes stand am Spielfeldrand und sprach zu seinem Spieler Thomas Zdebel, den der Bayer-Trainer eigentlich noch einwechseln wollte. Doch da pfiff Schiedsrichter Peter Sippel die Partie schon ab. Es war der passende Schluss einer Bundesliga-Partie, in der viele Dinge nicht wie geplant funktioniert hatten – wenigstens das Resultat war aber gerecht. 0:0 trennten sich Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen am Sonntagabend vor 30 210 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Leverkusener Arena. „Beide Mannschaften hatten viel Respekt voreinander, sie haben sich wenig gegönnt“, fand Werders Trainer Thomas Schaaf nach der an Torchancen armen, zähen Partie. Kollege Heynckes sah es ähnlich. Er fand das Ergebnis gerecht, seine Mannschaft hätte aber auch „1:0 gewinnen können“, sagte er.

Insgesamt aber war das Spiel eine große Enttäuschung. Weder war Bayer 04 der Wille anzumerken, sich für die im Frühsommer erlittene Niederlage im Pokalfinale gegen Werder zu revanchieren, noch war die Partie die erhoffte Glanzvorstellung der Nationalspieler. Die Profis versagten vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw reihenweise, allen voran Leverkusens Stürmer Stefan Kießling, der zuletzt in jedem Spiel getroffen hatte. Seinen Tore-Bart rasierte er sich gleich nach der Partie ab. Auch Simon Rolfes blieb blass, ebenso Gonzalo Castro. Heynckes’ Team litt stark unter den Ausfällen von Eren Derdiyok (gesperrt) und der verletzten Renato Augusto und Michal Kadlec. Zwar war Bremens Spiel ohne den verletzten Mesut Özil auch ideenlos, aber dafür effektiv in der Defensive. Hier überzeugte vor allem der zweikampfstarke Torsten Frings, der sich dem Bundestrainer eher empfahl als der Leverkusener Simon Rolfes.

Nur in den ersten Minuten beherrschte Bayer das Spiel. Toni Kroos hatte eine gute Tormöglichkeit, er vertändelte sie aber durch Unentschlossenheit. Werders schönste Chance leitete Frings in der 41. Minute ein, als er Aaron Hunt auf der linken Seite bediente. An dessen Flanke rutschte Marko Marin jedoch vorbei. Der ärmste von allen war Leverkusens Stürmer Theofanis Gekas, der kaum angespielt und nach der Pause ausgewechselt wurde, da sich Heynckes für eine defensivere Spielvariante entschied. Er brachte den 20 Jahre alten Mittelfeldspieler Lars Bender. „Es hatte nichts mit Gekas’ Leistung zu tun“, erklärte der Coach.

Defensiv funktionierte Leverkusens Spiel fortan sogar recht gut. Offensiv allerdings nicht: Arturo Vidal vergab in der 83. Minute die beste Chance des Spiels, als er allein vor Tim Wiese stand und es nicht schaffte, Werders Torhüter zu überlupfen. Wiese verdiente sich durch diese Parade Pluspunkte gegenüber dem Konkurrenten René Adler, der allerdings keine Gelegenheit bekam, sich auszuzeichnen. Christiane Mitatselis

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