Sport : Nichts mehr zu gewinnen

Mathias Klappenbach

über Armstrongs mögliches Comeback Zwei Wochen hat Lance Armstrong gebraucht, um seine Rache anzukündigen. Er erwägt, zur Bestrafung der Franzosen im nächsten Jahr wieder bei der Tour de France mitzufahren, weil sich seiner Meinung nach irgendein „Jean-Francois soundso“ erdreistet hatte, alte Dopingproben von ihm neu zu untersuchen und dabei auch noch fündig zu werden, und Frankreichs Sportzeitung „L’Equipe“ die überzeugenden Ergebnisse obendrein veröffentlichte.

Der Mann, der sonst immer allen anderen locker davonfuhr, fühlt sich plötzlich verfolgt. Deshalb macht Armstrong jetzt das, was er auf dem Rad schon immer getan hat: Er wehrt sich, indem er seine Gegner angreift. Beweisen könnte er mit neuen Siegen nichts, außer dass er ohne das seit einigen Jahren nachweisbare Dopingmittel Epo gewinnen kann. Falls er wirklich starten sollte, wird der Texaner aber mehr wollen. Er möchte Frankreich und am besten gleich ganz Europa zeigen, dass sie mit ihrer Missachtung für das amerikanische Ideal des Siegenmüssens falsch liegen. Doch wenn Armstrong 2006 die Berge hoch sprintet, wird das enge Spalier der Radsportfans noch eine Sekunde später Platz machen als sonst.

Die Franzosen haben ein Herz für tragische Verlierer. Aber ein solcher kann Armstrong nicht mehr werden – nur noch ein richtiger Verlierer.

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